Gesunde Zähne

Putzen, putzen, putzen!

Isabella Lacourtiade · 10.02.2020

© pavlovski – AdobeStock

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Richtiges Putzen, gesunde Ernährung mit wenig Zucker und regelmäßige Zahnarztbesuche sorgen dafür, dass die kleinen Beißerchen gesund groß werden.

Die konsequente Zahnpflege beginnt mit dem Durchbruch der ersten Milchzähne. Bei den ganz Kleinen kommen zuerst Beißringe und sanfte Fingerbürsten zum Einsatz, später übernimmt dann die erste richtige Zahnbürste. Bis zu Beginn des zweiten Lebensjahres sollten Eltern die Zähnchen einmal täglich, später zweimal täglich vorsichtig putzen - und das drei Minuten lang. Eine Kurzkopfzahnbürste mit dickem, rutschfesten Griff und Kunststoffborsten, die an den Ecken abgerundet sind und das Zahnfleisch schonen, kommt auch die kleinsten Ecken und Winkel. Krümmen sich die Borsten zu den Seiten oder ist das gute Stück länger als acht Wochen im Gebrauch, ist es Zeit für eine neue. Elektrische Modelle inklusive Spiele-App motivieren übrigens auch die größten Zahnputzmuffel. Ab drei Jahren bekommt das Kind die Zahnbürste selbst in die Hand gedrückt. Bis zur Schulzeit putzen Mama oder Papa aber nach - und sind natürlich selbst ein gutes Vorbild! Eine bestimmte Putztechnik ist nicht so entscheidend, wichtiger ist, die Abfolge zu beachten. Zuerst werden die Kauflächen geschrubbt. Danach die Zähne zusammenbeißen und Kreise auf die Außenflächen malen. Zum Schluss kommen die Innenseiten dran. Diese Reihenfolge gilt es dann beizubehalten: Kauflächen, Außenseiten, Innenseiten - die KAI-Methode. Bei der Zahnpasta sollten Eltern zu einer speziell für (Klein-)Kinder geeigneten Variante mit niedrigem Fluoridgehalt greifen, die idealerweise frei von süßen Aromen und Farbstoffe ist. Eine erbsengroße Menge auf der Zahnbürste reicht. Ist schon ein bleibender Zahn im Mund, sind Junior-Zahnpasten mit höherem Fluoridgehalt von 1.000 bis 1.500 ppm sinnvoll. Der Zahnschmelz ist bei den neuen Zähnen zunächst noch nicht vollständig durchgehärtet, was der Kinderzahnarzt mit einer zusätzlichen Fluoridbehandlung unterstützen kann. Fluoridhaltige Zusatzpräparate oder professionelle Zahnreinigungen sind eigentlich nur für kleine Patienten mit erhöhtem Kariesrisiko oder Bracketträgern erforderlich. Zahngesundheit heißt auch gesunde Ernährung. Denn, wann immer Zucker, egal ob Industrie- oder Fruchtzucker, an die Zähne gelangt, freuen sich die Kariesbakterien. Allerdings braucht es zwei weitere Faktoren zur Entstehung eines Lochs:  Zeit und die eigene Mundflora, die den Zucker in Säure umwandelt. Die Säure schädigt den Zahnschmelz und verursacht Karies, vorausgesetzt, sie hat genügend Zeit dafür. Das passiert beim langen Nuckeln aus der Flasche oder bei sehr klebrigen, süßen Speisen oder Bonbons. Vorsicht auch bei ungesüßten Fruchtsäfte. Diese enthalten sowohl Zucker als auch Säure! Sorgfältiges Zähneputzen oder ein zuckerfreier Kaugummi für unterwegs helfen, die Säure wieder zu neutralisieren und Karies zu verhindern.

Aktion Zahngesundheit

In Sachen Mundgesundheit ist in Düsseldorf viel erreicht worden. Dafür verantwortlich ist unter anderem die Aktion Zahngesundheit, ein Zusammenschluss der örtlichen Krankenkassen, der niedergelassenen Zahnärzte und des Gesundheitsamtes. Ihr Ziel ist es, regelmäßig und flächendeckend in Kindertageseinrichtungen und Schulen eine Gruppenprophylaxe zur Kariesvorsorge anzubieten. Dazu besuchen die beiden fröhlichen Krokodil-Handpuppen Fred und Micki die Kinder und klären spielerisch auf: Wie geht richtiges Zähneputzen? Warum ist Zucker nicht gut für die Zähne? Was hilft, meine Zähne gesund zu halten? Die Mädchen und Jungen üben das Zähneputzen unter Anleitung und besuchen anschließend ein Mundhygienezentrum oder eine der teilnehmenden Zahnarztpraxen. Durch das langfristige Engagement konnte die Zahngesundheit der Düsseldorfer Kinder nachhaltig verbessert werden. „Im Schnitt haben rund 84 Prozent der Düsseldorfer Kindergartenkinder naturgesunde Zähne. Auch die Zahngesundheit der Grundschulkinder liegt auf hohem Niveau. 87 Prozent freuen sich über naturgesunde bleibende Zähne. Nur bei circa jedem 15. im Rahmen der Regeluntersuchung untersuchtem Kind wurde Karies an einem bleibenden Zahn festgestellt", so Dr. Michael Schäfer vom Gesundheitsamt im letzten Bericht zur Gruppenprophylaxe.
Zum Nachlesen

Mehr Wissenswertes und Experten Tipps zu den kleinen Beißerchen gibt es online in unserem neuen Themenschwerpunkt „Gesunde Zähne":

Tags: milchzähne , zahngesundheit , zahnpflege

Kategorien: Gesunde Zähne , Erziehung