Gesunde Zähne

Beim Kieferorthopäden

Isabella Lacourtiade · 18.11.2019

Wenn Kinder und Jugendliche an Zahnfehlstellungen, Lücken oder zu eng stehende Zähne leiden, führt meist kein Weg an einer festen oder losen Zahnspange vorbei. Wir klären die wichtigsten Fragen.

Ist eine Zahnspange wirklich nötig?
Neben ästhetischen Gründen können schiefe Zähne verschiedene Beschwerden wie Sprechfehler oder Probleme beim Atmen verursachen. Falsches Schlucken und Kauen wird begünstigt. Verspannte Nacken- und Kiefermuskeln können Kopfschmerzen auslösen. Unbehandelt kann sich die Zahnfehlstellung weiter verschlechtern. Und schräg stehende Zähne können leichter brechen.

In welchem Alter geht die Behandlung los?
Die meisten kieferorthopädischen Behandlungen beginnen  vor Einsetzen der Pubertät, also zwischen dem zehnten und dreizehnten Lebensjahr, bei Mädchen aufgrund ihrer Entwicklung früher als bei Jungen. Es gibt allerdings auch Frühbehandlungen im Alter zwischen sechs und neun Jahren. Wichtig ist, dass das Kiefer noch im Wachstum ist.

Wie lange dauert’s?
Die Behandlungsdauer ist in entscheidendem Maße abhängig von der Mitarbeit der Kinder. Denn nur eine regelmäßig und ausreichend lange getragene und gut gepflegte Spange führt zum gewünschten Erfolg. Meist umfasst die aktive Behandlung einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren und die anschließende Haltephase ein weiteres Jahr. Denn sonst wandern die gerade verschobenen Zähne genauso schnell wieder an ihrem alten Platz.

Tut eine Zahnspange weh?
Das Einsetzen der Zahnspange verursacht keine Schmerzen. Dennoch kann es sein, dass Zähne und Kaumuskulatur zu Beginn der Behandlung empfindlich auf den Fremdkörper im Mund reagieren. Auch der neuartige Biss kann mit einem Druckgefühl einhergehen, das allerdings nach wenigen Tagen verschwindet. Weiche Kost in der ersten Zeit erleichtert das Essen.   

Was bedeuten die Indikationsgruppen KIG?
Bei der Beurteilung, ob eine Zahnspange medizinisch notwendig ist oder nur eine optische Korrektur darstellt, orientieren sich Kieferorthopäden seit 2002 an den sogenannten kieferorthopädischen Indikationsgruppen, kurz KIG. Anhand eindeutig festgelegter Kriterien wird der vorliegende Befund mit einer Schulnote von eins bis fünf klassifiziert. Erst ab Note 3 übernehmen die Kassen die Behandlungskosten.

Wer trägt die Kosten?
Für gesetzlich Versicherte gilt: Ab KIG-Stufe 3 übernimmt die Krankenkasse beim ersten Kind 80 Prozent und ab dem zweiten Kind 90 Prozent der Behandlungskosten. Die restlichen zehn beziehungsweise 20 Prozent können Familien sich allerdings nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung zurückerstatten lassen. Bei privat Versicherten ist die Kostenübernahme abhängig vom jeweiligen Versicherungstarif.

Arten von Spangen
Die feste Zahnspange kommt bei der Zahn- und Kieferkorrektur am häufigsten zum Einsatz. Mit ihr können Zähne im Knochen verschoben werden, gerade bei größeren Fehlstellungen führt kaum ein Weg an ihr vorbei. Mit einem Spezialkleber wird an jedem einzelnen Zahn ein sogenanntes Bracket geklebt, durch das dann Drähte geführt werden, die Druck auf das Gebiss aufbauen. Eine penible Zahnpflege ist für Bracketträger besonders wichtig,  um Karies, Verfärbungen und Entzündungen zu vermeiden. Die lose Zahnspange kann Zähne und Kiefer nur begrenzt formen, reicht bei kleineren Korrekturen oder Fehlstellungen aber oft aus. Die Behandlung dauert jedoch länger. Damit sich ein Erfolg einstellt, muss der Patient sie täglich rund 15 Stunden tragen. Der sperrige Außenbügel (Headgear) wird nur noch selten eingesetzt.

Tags: kieferorthopäde , spange , zähne

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