Karneval

Der aus dem Senftopf

Tanja Römmer-Collmann · 12.11.2019

© M. Zanin

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Der Hoppeditz ist eine Figur, die für den Düsseldorfer Karneval steht und am 11.11. aus dem Senftopf kommt.

Jedes Jahr zum Beginn der Session am 11. November um 11.11 Uhr weckt ein Düsseldorfer, der im Karneval sehr aktiv ist, den Hoppeditz aus seinem „Sommerschlaf“. Dieser steigt auf dem Marktplatz vor dem Rathaus aus seinem riesigen Senftopf und haut der Stadtspitze um die Ohren, was er sich so zum aktuellen Geschehen denkt ... Ob der Oberbürgermeister darauf eine ebenfalls spitzzüngige Antwort parat hat, bleibt abzuwarten. Seit 2007 gibt Tom Bauer in Düsseldorf den Hoppeditz – allerdings schreibt er die gereimte Rede auf Düsseldorfer Platt nicht allein, sondern hat ein karnevaleskes Team hinter sich. Übrigens: Am Aschermittwoch wird eine Hoppeditz-Puppe in einer zeremoniellen Prozedur symbolhaft verbrannt und zur Ruhe gebettet. Damit endet dann die Session. Während sich in Düsseldorf nach dem Hoppeditz-Erwachen die hartgesottenen Karnevalisten im Henkelsaal zum Hoppeditz-Ball versammeln, die Altstadt aber wieder ruhiger wird, schafft es Köln regelmäßig, auch schon am 11.11. den jecken Ausnahmezustand auf den Straßen der Innenstadt zu feiern. Dafür geht es in Düsseldorf dieses Jahr am Freitag, 15. November gleich jeck weiter, wenn nämlich bei der hochoffiziellen Prinzenpaarkürung das diesjährige Paar Axel Both und Jula Falkenburg in der Stadthalle die erste Gelegenheit hat, vor dem erwartungsfrohen Narrenvolk in karnevalistische Fettnäpfchen zu treten ... Helau, Hoppeditz, Prinz Axel I. und Venetia Jula!

Warum die Zahl 11 im Karneval so wichtig ist

Warum der Karneval ausgerechnet am 11.11. jedes Jahr wieder in seine aktive Session startet, dazu gibt es verschiedene Erklärungsansätze:

  • Die Zahl 11 ist eine Schnapszahl und daher irgendwie lustig und für den Karneval passend.
  • Anfang November haben im Mittelalter die Mägde und Knechte nach dem Einfahren und dem Verkauf der Ernte ihr Geld bekommen und ein großes Fest gefeiert.
  • Die biblischen 10 Gebote suggerieren, dass ein 11. Gebot irgendwie „drüber“, vielleicht sogar des Teufels sei. Auf jeden Fall abseits der Norm und damit schön jeck.

Für das Rheinland ist jedenfalls belegt, dass Graf Adolf I. von Kelve ebendort am 11. November 1391 einen der ersten offziellen Narren-Orden gründete. In der entsprechenden Urkunde ist festgeschrieben, dass die Ordensmitglieder sich alljährlich zu einem elftägigen fröhlichen Beisammensein versammeln sollen.

Das Motto der Karnevalssession 2019/2020 lautet übrigens:

„Unser Rad schlägt um die Welt.“

Tags: Düsseldorfer Helau , Düsseldorfer Karneval , Hoppeditz

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