Stadtgeschehen

Beruf und Familie

Tanja Römmer-Collmann · 08.08.2019

© Rassco

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Wie lassen sich Beruf und Familie gut vereinbaren? Oft ist eine Weiter- oder Fortbildung sinnvoll, um in die passende Stelle zu finden.

In der aktuellen Augustausgabe der Libelle berichten wir ausführlich über Eltern, die mit einer beruflichen Weiterbildung nach den Kindern Familie und Job erfolgreich vereinbaren können. Hier eine eine ganze Liste von Möglichkeiten, mit Kindern der Karriere den richtigen Dreh zu geben.


Neuer Beruf, neues Glück

Umschulung

Umschulungs-Maßnahmen sind für Personen gedacht, die bereits einen Abschluss haben und sich umorientieren möchten oder müssen. Auch Geringqualitfizierte ohne Berufsabschluss können sich über solche Angebote weiterbilden, um bessere Chancen auf einen Job zu haben. Neben der Suche nach dem richtigen Angebot ist wichtig, ob die Umschulung von der Bundesagentur für Arbeit finanziert wird – also berät sich, wer so etwas plant, am besten mit der zuständigen Arbeitsagentur. Die Förderung läuft über Bildungsgutscheine, mit denen die Lehrgangsgebühren, das Arbeitslosengeld, aber auch Fahrten, Unterkunft und Betreuung der Kinder abgedeckt werden. Wer umschult, zeigt Flexibilität, Engagement und Interesse. Aufgrund des Fachkräftemangels sind Unternehmen mehr als zuvor an Zick-Zack-Lebensläufen und Quereinsteigern interessiert.



Jeder paukt, wie er kann

Fernstudium

Fernstudien werden von privaten Anbietern wie auch von der einzigen staatlichen Fernhochschule Deutschlands, der Fernuniversität Hagen, angeboten. Die Vorteile für Mütter und Väter liegen auf der Hand: Die Studienzeiten lassen sich vollkommen flexibel einteilen. Die meisten Anbieter versenden Studienbriefe – immer mehr auch in elektronischer Form –, die bis zu einem bestimmten Termin oder Prüfung durchgearbeitet werden müssen. Hier ist der Druck, die Sache auch wirklich durchzuziehen, bei den kommerziellen Anbietern sicher höher. Grundsätzlich lässt sich per Fernstudium praktisch jedes Fach pauken, dass auch an Präsenzunis angeboten wird. Ob Heilpraktiker, Wirtschaftswissenschaften, Psychologie oder soziale Berufe: Die Zahl der Absolventen nimmt beständig zu, Fernstudien boomen – die veränderten Anforderungen auf den Arbeitsmärkten kommen den Fernunis zugute.
 


Kleine Teile, ein Ganzes

Teilzeitausbildung

Bereits seit 2005 gibt es in Deutschland per Gesetz die Möglichkeit der Teilzeitausbildung. Ganz besonders soll diese Form der Ausbildung es jungen Müttern und Vätern, aber auch Menschen mit pflegebedürftigen Angehörigen erlauben, den Anschluss ins Arbeitsleben nicht zu verlieren. Der Vorteil einer Teilzeitausbildung: Die reduzierte Stundenzahl bedeutet nicht zwingend eine längere Ausbildungsdauer. Vielmehr liegt die Idee der Teilzeitausbildung darin, gemeinsam mit dem Auszubildenden einen Stundenplan zu entwickeln, der dem Familienleben angepasst ist. Nur die Stunden in der Berufsschule müssen fest absolviert werden. Gerade kleinere Firmen – Stichwort Fachkräftemangel – können so Talente für sich gewinnen, die sich auf eine reguläre Ausbildungsstelle hin gar nicht erst beworben hätten.


Neue Wege, mehr Erfolg

Beratung und Coaching

Über die Arbeitsagentur hinaus gibt es zahlreiche Beratungsangebote, so zum Beispiel unter dem Dach der Wohlfahrtsverbände oder über die Stadt. Oftmals sprechen sie explizit Frauen beziehungsweise Mütter an zu Themen wie Wiedereinstieg, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Bewerbungstraining oder Zeitmanagement. Vereine, die sich für Alleinerziehende einsetzen, bieten neben den fachlichen Experten auch Kinderbetreuung an. Talent- und Karrierecoaches helfen in Gruppen- und Einzelsitzungen, die eigenen Stärken, Ressourcen und Potenziale aufzuspüren, zu analysieren und beruflich umzusetzen. Auch ein komplettes Familiencoaching kann helfen, sich in der neuen Situation gemeinsam optimal aufzustellen. Für derartige Projekte ist es ratsam, bei einem unverbindlichen Kennlerntermin herauszufinden, ob die Chemie stimmt und der oder die Coach*in gut zu einem passt.


Schritt für Schritt der eigene Chef

Existenzgründung

Der Weg in die Selbstständigkeit ist ebenso aufregend wie arbeitsintensiv: Vom Businessplan über die erste Steuererklärung bis hin zur Altersvorsorge helfen Existenzgründerseminare dabei, das nötige Knowhow zu erwerben. Angeboten werden sie von der Arbeitsagentur, den Industrie- und Handelskammern sowie Beratungsstellen. Wichtig ist stets, neben dem langfristigen Ziel, das nicht aus den Augen verloren werden darf, die nächsten kleinen Schritte sorgfältig zu planen und umzusetzen. Fehler im Ablauf zahlen sich oft später durch den Verlust von Zeit, Geld und Nerven aus – so zum Beispiel, wenn schon Mitarbeiter gewonnen werden, aber die Räumlichkeiten noch gar nicht feststehen. Daher ist eine Step-to-Step-Beratung und -kontrolle während der Existenzgründung ganz besonders hilfreich.

Der ausführliche Libelle-Bericht zur beruflichen Weiterbildung findet sich in der Augustausgabe 2019 oder auch hier:

https://issuu.com/xitix/docs/libelle_august_2019

Tags: Coaching , Fernstudium , Umschulung , Weiterbildung

Kategorien: Stadtgeschehen