Schwangerschaft

Düsseldorf und seine Kinder

Isabella Lacourtiade · 22.03.2018

Die Stadt wächst, über 9000 Babys wurden letztes Jahr bei uns geboren. Dahinter verbergen sich ganz persönliche Geschichten von Geburt und Schwangerschaft – und jede ist anders. Wir haben nachgefragt: Wie war die Schwangerschaft? Wie verlief die Geburt?

Natalie (32)

Natalie (32), Pempelfort

Berichtet von ihrer Spontangeburt am Rosenmontag

„Meine zweite Schwangerschaft verlief bis auf Rückenschmerzen sehr gut, nur die Untersuchungen beim Arzt haben mich verunsichert. Es hieß, der Kleine sei sehr groß, ich hätte zu viel Fruchtwasser. Ein Kaiserschnitt stand im Raum, dann sollte eingeleitet werden, was wegen Betreuungsengpässen zwei Mal verschoben wurde. Da reichte es mir: Ich habe alles abgesagt und beschlossen, auf mich zu hören. Der Kleine sollte kommen, wann er will. Ich hatte immer wieder Übungswehen, die aber nach kurzer Zeit wieder abklangen. Am Rosenmontag war es irgendwie anders, ich legte mich in die Badewanne, und von einer Minute auf die andere hatte ich sehr starke Kontraktionen, konnte mich nicht mal mehr richtig anziehen. Wir riefen den Rettungswagen, auch wenn ich die ganze Zeit dachte, wie peinlich, wenn das jetzt Fehlalarm ist! Die beiden jungen Rettungssanitäter waren sehr nett. Für die Fahrt in unsere Wunschklinik war es zu spät, also wurde ich in die nächste Geburtsklinik gebracht. Dort angekommen war nach einer halben Stunde im Kreißsaal unser Lenny da, 3680 Gramm schwer. Eine echte Spontangeburt! Ich habe mich sehr wohl gefühlt in der Klinik, wir waren drei Nächte in einem schönen Familienzimmer und konnten uns in Ruhe kennenlernen. Es war richtig, auf mich und meinen Körper zu hören, ich hätte mir keine Ängste einreden lassen sollen. Geburtsvorbereitungskurs habe ich keinen gemacht, Irgendwie war keine Zeit dafür. Über die Hebammenzentrale habe ich eine nette Hebamme für die Nachsorge gefunden. Zur Rückbildungsgymnastik bin ich schon angemeldet, darüber werde ich bestimmt neue Mamibekanntschaften schließen.“

 

Nora (40)

Nora (40) aus Gerresheim

Erzählt über ihre dritte Hausgeburt im letzten Jahr

„Alle meine Schwangerschaften verliefen normal. Schon als Schwangere fühlte ich mich bei meiner Hebamme immer gut aufgehoben, während die Untersuchungen beim Arzt ein unsicheres Gefühl hinterließen. Ständig sollte ich Tests machen, für die ich keinen Sinn sah. Bei meiner letzten Schwangerschaft war es durch mein Alter noch schlimmer. Und man lässt sich doch leicht verunsichern. Ich war 14 Tage über Termin und sollte eingeleitet werden, was ich auf keinen Fall wollte. Meine Hebamme hat mir vertraut. Vielleicht auch aus Angst vor einer Klinikgeburt gingen die Wehen los. Die Hebamme kam, mein Partner war da, die Kinder waren versorgt, ich konnte mich voll auf die Geburt konzentrieren. Um neun Uhr abends war es geschafft: Unser Kleiner wog ganze 4,3 Kilo. Unsere Hebamme war toll, hatte viel Erfahrung. Sie gab mir vorab eine Liste mit allem, was man für die Hausgeburt braucht, den Rest brachte sie mit. Nach der Geburt ging es mir gut. Am nächsten Tag konnte ich aufstehen, ließ es aber die erste Zeit sehr ruhig angehen, mein Partner hatte zum Glück Urlaub. Meine Hebamme kam anfangs täglich, dann nach Bedarf. Ich war froh, auf meinen Bauch gehört zu haben. Die Ärzte haben mir leider viel Angst gemacht. Ich finde, eine Hausgeburt sollte der Normalfall sein, eine Klinik käme bei mir nur bei medizinischer Notwendigkeit in Frage. Trotzdem bin ich nicht leichtsinnig, ich hatte einen Notfallplan für Komplikationen und war vorsorglich in der nächsten Geburtsklinik angemeldet, was ich zum Glück aber nicht in Anspruch nehmen musste.“

Ellen (32)

Ellen (32) aus Unterbilk

Hat ihr erstes Kind zu Hause entbunden

„Bei der Schwangerschaftsmassage hörte ich das erste Mal von Hypnobirthing. Es klang super, denn ich wünschte mir eine natürliche Geburt ohne PDA. Mein Partner, der übrigens Mediziner ist, hat mich unterstützt. Wir haben einen Individualkurs gemacht, um uns gemeinsam auf die Reise unserer Tochter zu uns vorzubereiten. Unsere Kursleiterin Constanze Niekisch kam an mehreren Terminen zu uns und hat uns angeleitet. Von da an habe ich täglich die Atemübungen gemacht. Man lernt sie auf Abruf einzusetzen und kann sich in kürzester Zeit in eine meditative Entspannung versetzen. So konnte ich mein Selbstbewusstsein und die Selbstbestimmung für meine Geburt stärken. Schön finde ich, dass es beim Hypnobirthing nicht Wehen, sondern Wellen heißt. Da ich eine unauffällige Schwangerschaft hatte, entschieden wir uns für eine Hausgeburt. Ich war ja nicht krank, warum sollte ich in eine Klinik? Glücklicherweise haben wir über das Geburtshaus eine großartige Hebamme gefunden, die unsere Hypnobirthing-Geburt unterstützte. Für alle Fälle habe ich mich im EVK angemeldet, die Kliniktasche aber nie gepackt. Ich wollte im Wasser entbinden, da die Wärme und Entspannung mir beim Loslassen helfen. Als es losging, konnte ich die gelernten Atemtechniken gut umsetzen. Dann kam unsere Hebamme und ich stieg in die Wanne. Die Kraft der Wellen nahm meinen Körper mit und ich konnte nicht anders, als es zuzulassen. Nach insgesamt sieben Stunden spürte ich: Jetzt kommt unsere Tochter! Sie ist mit offenen Ärmchen und geöffneten Augen aus dem Wasser aufgetaucht. Unsere Hebamme war wirklich toll, sie hat mich einfach machen lassen. Selbstbestimmung und das Bewusstsein für den eigenen Körper finde ich gerade bei der Geburt enorm wichtig. Danach fühlte ich mich sehr wackelig, die ersten Tagen bin ich viel gelegen, war dann aber schnell wieder fit. Das Tolle an der Hausgeburt ist ja, dass wir zu Hause waren und viel schneller als Familie ankommen konnten. Das Stillen klappt gut und langsam lernen wir diesen neuen kleinen Menschen kennen.

Ingrid (42)

Ingrid (42), zweifache Mama aus Bilk

Erzählt über ihre Schwangerschaften und Geburten

„Ich hatte zwei sehr schöne Schwangerschaften, nur ein bisschen Rückenschmerzen bei der ersten. Zur ersten Geburt hatte ich eine Beleghebamme organisiert, die fest an der Klinik arbeitet. Weil ich schon weit über Termin lag, sollte eingeleitet werden, was ich aber wieder abgebrochen habe, da es mir völlig falsch erschien, die Geburt mit Medikamenten zu forcieren. Ich muss dazu sagen, dass ich keine Vorstellung hatte, wie eine Geburt wirklich abläuft, daher konnte ich nicht selbstbestimmt entscheiden. Dann hieß es Kaiserschnitt, doch am Stichtag platzte meine Fruchtblase geplatzt und es ging los. Trotz Beleghebamme ging aus meiner Sicht vieles schlief. Ich bekam eine PDA und letztendlich wurde die Kleine nach 16 Stunden Wehen mit der Saugglocke geholt. Der Ton der Hebammen war sehr rau, zum Ende hin haben sie wie wild auf meinen Bauch gedrückt und geschrien, ich solle pressen. Es war ganz furchtbar! Als ich wieder schwanger war, wollte ich nicht nochmal so ein Erlebnis. Ich bin auf Hynobirthing und den Kurs von Constanze Niekisch gestoßen. Sehr beeindruckt hat mich, dass Constanze von ihrer wunderbaren Geburt erzählte. Die meisten sprechen ja sehr negativ über ihre Geburt. Mir war es wichtig, diesmal natürlich und selbstbestimmt zu entbinden. Besonders geholfen hat mir die Audio-CD zur Entspannung aus dem Kurs. Als Geburtsort wollte ich eine kleine, familiäre Klinik, die mich zu nichts drängt und bei der ich mich gut aufgehoben fühle. Ich war wieder überfällig, aber man hat mich nicht unter Druck gesetzt. Letztendlich war ich nur zur Geburt im Kreißsaal, die Vorwehen habe ich mit Hilfe der Audio-CD entspannt in meinem Zimmer weggeatmet. Die liebevollen Massagen meines Freundes haben mir sehr geholfen. Die Partner sind beim Hypnobirthing sehr wichtig. Massagen fördern die Oxytocinausschüttung im Körper der Frau, so kann sie sich besser entspannen. Nach nur drei Stunden war die Kleine da, über 4 Kilo schwer. Ich konnte direkt danach wieder aufstehen, fühlte mich nicht so erschlagen von den Schmerzen, wie bei der ersten Geburt. Nach zwei Tagen ging es nach Hause. Die kleine Tamara ist ein wunderbar entspanntes Kind.“

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