Schwangerschaft

Die Doula

Isabella Lacourtiade · 22.03.2018

Eine besondere Art der Schwangerenbegleitung bieten sogenannte Doulas. Sophie Wölbling ist seit vier Jahren als Doula in Düsseldorf tätig und erzählt uns hier über darüber.

Was genau macht eine Doula?

Eine Doula kümmert sich um die emotionale Geburtsbegleitung. Sie ist während der gesamten Geburt und bereits in der Schwangerschaft für die werdende Mutter da. Wenn es losgeht, bin ich oft das Sprachrohr der Schwangeren, denn wir konnten über die lange Kennenlernzeit ein sehr gutes, intensives Vertrauensverhältnis aufbauen. Meist melden sich die Schwangeren schon früh in der Schwangerschaft bei mir, oft zwischen der 4. und 10. SSW, so bleibt viel Zeit für gegenseitiges Kennenlernen. Das erste, kostenlose Gespräch ist sehr wichtig: Stimmt die Chemie?

Was unterscheidet denn eine Doula von einer Hebamme?

Eine Doula ist kein Ersatz für eine Hebamme, wir haben keine medizinische Ausbildung. Eine Hausgeburt ohne Hebamme, sogenannte Alleingeburten, würde ich nicht begleiten. Während eine Klinikhebamme nicht selten mehrere Gebärende gleichzeitig betreut, kann ich mich voll auf meine Schwangere konzentrieren und bin die ganze Zeit bei ihr. Wir haben ein besonderes Vertrauensverhältnis: Manchmal reicht ein Blick und ich weiß, was die Frau gerade braucht.

Was für Frauen melden sich bei dir und wünschen sich eine Doula als Geburtsbegleiterin?

Diesen Frauen ist es sehr wichtig, während der Geburt ein bekanntes Gesicht zu sehen, jemand, dem sie vertrauen können und der die ganze Zeit bei ihnen bleibt. Meist hatten die Frauen schon eine Geburt, die nicht nach ihren Vorstellungen verlaufen ist, zum Beispiel kam es zum Kaiserschnitt und die Schwangere wünscht sich jetzt eine natürliche Geburt. In den Gesprächen vorab sprechen wir über die letzte Geburt, damit ich genau weiß, was die Schwangere möchte und was sie von mir erwartet. Auch Paare, die kein Deutsch sprechen, melden sich bei mir, sodass ich im Kreißsaal dann Englisch und notfalls auch Französisch dolmetsche.

Wie genau sieht die Unterstützung während der Geburt aus?

Meist werde ich bei den ersten Wehen gerufen. Für meine Schwangere bin ich in 24-Stunden-Rufbereitschaft, sodass ich innerhalb einer Stunde bei ihr sein kann. Ist es dann so weit, fahre ich gemeinsam mit dem Paar zum gewählten Geburtsort. Als Doula strahle ich Geduld und Ruhe aus. Ich verbreite Zuversicht und vermittle der Schwangeren, dass alles gut laufen wird. Je nach Situation biete ich eine Massage an oder frage sie, ob sie zur Entspannung vielleicht in die Wanne möchte. Ich bin während der gesamten Geburt anwesend, egal wie lange es dauert, und kümmere mich emotional um die werdende Mama. Auch von den Vätern habe ich im Nachgespräch oft gehört, dass die Begleitung eine wertvolle Hilfe war.

Eine Doula-Begleitung ist eine Privatleistung. Wie hoch sind die Kosten?

Jede Doula legt ihren Preis selbst fest. Wie die meisten meiner Kolleginnen berechne ich eine Pauschale, bei mir liegt diese bei 850 €. Darin enthalten sind die Vorgespräche, die 24-Stunden-Rufbereitschaft von zehn Tage vor bis zehn Tage nach dem Entbindungstermin und zwei Besuche im Wochenbett, bei denen wir gemeinsam die Geburt noch einmal emotional durchgehen.

Sophie Wölbling

ist eine von acht Doulas in Düsseldorf. In ihren Rückbildungskursen erzählt sie auch von ihrer Arbeit als Doula und hört oft von den Teilnehmerinnen: „Ach, das wär’ genau das Richtige für mich gewesen!“ Kontakt über familienbegleitung-duesseldorf.de.

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