Nachhaltigkeit

Secondhand: Neues Leben für alte Strampler

Eva-Melina Gibson-Gilljohann · 30.08.2018

© jUliE:p / Photocase

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Bis Kinder ihre endgültige Körpergröße erreichen, matschen und toben sie sich durch mehr als zwanzig verschiedene Größen – da macht Secondhand Sinn.

Kinderkleidung gebraucht zu kaufen und zu verkaufen, lohnt sich da in vielerlei Hinsicht – finanziell, umwelttechnisch und auch im Hinblick auf bereits heraus gewaschene Schadstoffe. Doch wo können Familien gut erhaltene Kleidung finden und verkaufen?

Ob am Aachener Platz, am Messeparkplatz oder dem Radschlägermarkt: Auf den großen Flohmärkten der Stadt tummeln sich so manche Kinderzimmer-Schätze. Doch größere Auswahl und bessere Kauf- und Verkaufschancen versprechen Kindertrödelmärkte organisiert von Kitas, Schulen, Kirchen, Vereinen oder kommerziellen Anbietern. Regelmäßig getrödelt wird zum Beispiel im Haus der Jugend an der Lacombletstraße oder beim Kinderkram. Aktuelle Termine gibt‘s im Libelle-Terminkalender und im Album „Trödelei“ auf der Libelle-Facebookseite. Bonus: Ganz beiläufig ergeben sich nette Kontakte zu anderen Eltern.

Mit nachbarschaftlicher Atmosphäre punkten auch Hofflohmärkte. Praktisch: Man muss seine Sachen nicht erst quer durch die ganze Stadt kutschieren, sondern baut nach vorheriger Anmeldung gemütlich vor der Wohnung einen Tisch auf. Die nächsten Hofflohmärkte finden am 1.9. in Oberbilk, am 15.9. in Derendorf und Unterrath sowie am 29.9. in Unterbilk statt. Weitere listet hofflohmaerkte.de.

Wer sich nicht erst durch das Angebot wühlen will, für den sind Kinder-Secondhandläden die bessere Alternative. Auf geräumigen 150 Quadratmetern bietet Second Luck von Kindermarkenkleidung und Umstandsmode bis hin zu Kinderwagen, Autositzen und Spielzeug alles zum Thema – häufig noch ungetragen und für maximal ein Drittel vom Originalpreis. Ein Blick auf die Internetseite gibt Auskunft über die Vielfalt des Warenangebots. „Vorab nach einem bestimmten Teil nachzufragen lohnt sich ebenfalls immer“, betont Eigentümerin Stefanie Becker, die das Geschäft gemeinsam mit ihrem Mann und viel Herzblut betreibt. Auch wer eigene Schätze loswerden möchte, ist hier an der richtigen Adresse: Kinderkleidung wird nach vorheriger Terminvereinbarung in Kommission genommen. Das spart im Vergleich zum Trödelmarktverkauf einiges an Aufwand. „Regen- und Matschkleidung, Jungenhosen und gut erhaltene Schuhe werden am häufigsten nachgefragt“, verrät Becker.

Auch die Klammotte in Derendorf und Bilk nimmt gut erhaltene Kindersachen nach Terminabsprache in Kommission. Jeden Tag wandern so vom Designer-Schneeanzug bis hin zum preisgünstigen Body mehr als 150 neue Teile in allen Größen und Preisklassen ins Sortiment. Daneben findet man aktuell alles zum Kita-Start, auch Regenkleidung von Playshoes als Neuware. Umstandsmode, Kinderwagen, Autositze, Spielzeug und mehr runden das Angebot ab. „Nachhaltigkeit ist für uns dabei nicht nur ein Wort, sondern eine Lebensphilosophie“, betont Nicolas Kulessa, der die Klammotte-Geschäfte gemeinsam mit Frau Anke betreibt. So ist selbst die Ladeneinrichtung gebraucht erworben. Einen Vorab-Blick in die Regale gibt das Online-Schaufenster. Das Einkaufserlebnis kommt ebenfalls nicht zu kurz: Alles ist ansprechend und übersichtlich sortiert.

Eine weiterer Umschlagplatz für Kindersachen sind Online-Märkte und Verkaufsgruppen sowie Kleinanzeigen – wie in der Libelle-Rubrik „Suchen und Finden“. Das lohnt sich besonders für hochwertige Stücke. Eine ansprechende Beschreibung mit Fotos und die Bereitschaft, die Ware zu verschicken, steigern dabei den Verkaufserfolg.

Wem der Erlös dagegen unwichtig ist, kann im Umsonstladen im Niemandsland in Oberbilk anderen mit seinen Sachen noch eine Freude machen. Hier kann jeder Dinge abgeben oder selbst etwas mitnehmen. Gleiches gilt für die Giveboxen an der S-Bahn in Oberbilk, am Fürstenplatz, Lessingplatz oder am Kirchplatz. Facebook-Gruppen wie „Share & Care Düsseldorf“ sind weitere geldlose Alternativen. Sozialkaufhäuser wie das fairhaus der Diakonie oder das Kaufhaus wertvoll der Caritas nehmen ebenfalls Kleiderspenden an, die anschließend zum Mini-Preis verkauft werden.

Tags: Secon Hand

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