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„Ich bin ein Düsseldorfer!“

Tina Adomako · 05.03.2018

© MYP Magazine, Ole Westermann

© MYP Magazine, Ole Westermann

In „König Laurin“, einem Kinderfilm aus dem Spätsommer 2016, spielt Patrick Mölleken den fiesen Ritter Wittich. Abseits der Leinwand macht er einen äußerst sympathischen Eindruck. Geduldig erklärt er den Kindern bei der Pressevorführung in Düsseldorf, wie es bei Dreharbeiten zugeht, was ein Stunt ist oder warum auch Jungs im Film Schminke tragen müssen. Der in Düsseldorf aufgewachsene Schauspieler stand schon im Alter von zehn Jahren vor der Kamera. Seine erste TV-Rolle hatte er in der Actionserie „Alarm für Cobra 11“. Seitdem stand er in mehr als 70 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera, u. a. in „Ihr könnt Euch niemals sicher sein“, „Rommel“, „Der Lehrer“, „Weihnachten für Einsteiger“ und „Tatort - Hundstage“. Patrick ist nicht nur ein gefragter Schauspieler, er ist auch als Hörbuch-, Hörspiel- und Synchronsprecher tätig und wurde 2010 für „Wie man unsterblich wird“ mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Obwohl er gerade wieder in Bayern und Hessen dreht, hat er sich Zeit für die Libelle genommen und sprach mit unserer Kinorezensentin.

 

Libelle: Wittich ist ja der Bösewicht in diesem Film. Macht es dir Spaß, den Fiesling zu spielen?

Patrick Mölleken: Es sind genau diese “bösen Rollen”, die mich reizen. Und was man gerne macht, fällt in der Regel nicht schwer. Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Mensch ein gewisses Potenzial an “Boshaftigkeit” in sich trägt – bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger ausgeprägt. Dieses Potenzial zu wecken und auszuleben, ist genau das, was ich mir hier zur Aufgabe gemacht habe.

Erzähl mal ein bisschen von deiner Rolle in „König Laurin“, ein mehrfach ausgezeichneter Film, in dem du diesen Monat im Kino zu sehen bist.

Ich spiele Wittich, den Cousin und Widersacher des kleinen Theo und versuche mit allen Mitteln, meinen Onkel König Dietrich zu stürzen und dessen Thron einzunehmen. Ich bin nämlich der Überzeugung, dass nicht ihm, sondern meinem verstoßenen Vater die rechtmäßige Führung des Königreichs zusteht. Letzterer ist an seinem Scheitern innerlich zerbrochen. In meiner Rolle weiß ich ganz genau, was ich will und wie ich meine Ziele erreiche. Koste es, was es wolle.

Wie bist du denn zur Schauspielerei gekommen?

Im Alter von fünf Jahren stand ich im Rahmen einer Galaveranstaltung zum ersten Mal auf der Bühne. Ich fragte die Moderatorin einfach, ob ich gemeinsam mit ihr die etwa 300 Gäste begrüßen dürfte und ihr gefiel die Idee. Und plötzlich stand ich da in meinem Kinderanzug und moderierte mit. Da spürte ich, wie schön es ist, wenn der Funke auf das Publikum überspringt. Das war ein unglaubliches und ganz besonderes Gefühl!

Das Thema Bühne war dann aber erstmal schnell wieder vom Tisch – ich wurde älter und widmete mich der Schule, meinen Freunden und Hobbys. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem dieses damalige Gefühl plötzlich wieder ganz präsent wurde. Grund dafür waren neben meiner allgemeinen Filmaffinität vor allem „Der Pate“ und „Alarm für Cobra 11“. Irgendetwas sagte mir: Das willst du auch – Schauspieler werden und Filme drehen. Und diese innere Stimme war dieselbe wie damals auf der Galabühne.

Ich habe meine Eltern dann dazu überredet, mich bei meinem Wunsch zu unterstützen und bewarb mich bei einer Schauspielagentur, wurde von dieser aufgenommen und bekam dann mit zehn Jahren meine erste Rolle –
verblüffenderweise gleich in „Cobra 11“.

Was gefällt dir besonders an Düsseldorf?

Die Weltoffenheit und Vielfalt, der Kontrast zwischen Alt und Neu – die architektonischen Gegensätze zwischen der Altstadt und dem futuristischen Medienhafen. Historische Ecken wie das Areal Böhler, der alte Speditionshafen faszinieren mich ebenso wie die japanischen Ecken, die der Stadt ein internationales Flair geben. Mein Lieblingsjapaner ist übrigens das Kikaku. Und dann sind da die vielen großartigen Feste – das liebe ich an Düsseldorf!

Wo war als Kind dein Lieblingsort in der Stadt?

Damals wie heute sind das die Rheinwiesen. Der Rhein ist für mich ein Symbol der Freiheit, das Wasser mein Element. Wenn ich dort sitze, ist es so, als wäre ich ganz weit weg an irgendeinem Strand – ein schönes Gefühl.

Du lebst heute teils in München, teils hier. Wo bist du mehr zu Hause?

Es gibt viele tolle Städte in Deutschland, München ist sicherlich eine der schönsten davon. Aber nach Hause zu kommen - nach Düsseldorf - das ist etwas Unbeschreibliches. Die Fahrt über den Rhein, der Blick auf den Hafen und die Skyline lässt jedes Mal mein Herz klopfen. Ich liebe diese Stadt, ja, ich bin Düsseldorfer durch und durch. (lacht)

Du stehst ja auch jetzt wieder vor der Kamera. Verrätst du uns, was du gerade drehst?

„Frühling – hoch zwei“, die 14. Folge der ZDF-Herzkinoreihe – übrigens ein Format für die ganze Familie. Zudem starten gerade die Dreharbeiten für „Der Staatsanwalt - Hass“ – eher nichts für Kids. Mehr darf ich leider noch nicht verraten.

Danke für das Gespräch, Patrick.


Kinostart war am 1. September 2016.

Tags: Interview , Kino

Kategorien: Kultur , Lesen Hören Sehen