Lesen Hören Sehen

Filmtipps für zu Hause: Zauberei und Flüche

Peter Hoch · 16.05.2020

© Bettina Schipping

© Bettina Schipping

Welchen Film wollen wir gucken? Im Überangebot von Internet, DVDs und Blu-rays haben Familien oft die Qual der Wahl. Da helfen die Libelle-Popcornkino-Tipps!

Es regnet? Die Kinder streiten oder langweilen sich? Manchmal ist es auch schön, sich einen gemütlichen Filmenachmittag oder -abend zu gönnen und gemeinsam mit der Familie in fremde Welten einzutauchen. Nur welcher Film soll es sein? So viele gibt's, dass uns plötzlich keiner mehr einfällt ... In loser Folge präsentiert der Libelle-Kino-Experte euch Tipps fürs Popcornkino zu Hause – dieses Mal mit einer Auswahl an Verwandlungsgeschichten, in denen Menschen sich in Tierkörpern zurechtfinden müssen.

Ein Löwenmann, ein Bär, ein Seehundmädchen und jede Menge Frösche: Menschen, die sich durch Zauberei oder Flüche in Tiere verwandeln, sind die Protagonisten verschiedener schöner Kinderfilme aus den vergangenen Jahrzehnten. „Die Schöne und das Biest“, „Bärenbrüder“ und „Küss den Frosch“ aus dem Hause Disney sind einige besonders hochwertige, gelungene Vertreter zu diesem Thema, aber auch die europäischen Produktionen „Die Melodie des Meeres“ und „Hilfe, unser Lehrer ist ein Frosch!“ sind unbedingt sehenswert! Alle Filme sind auf DVD, Blu-ray oder bei verschiedenen Streamingdiensten erhältlich. Das Rezept fürs Popcorn findet ihr unten.

Die Schöne und das Biest

Die junge Belle entdeckt auf der Suche nach ihrem verschwundenen Vater ein gruseliges Schloss. Darin haust ein löwenähnliches Monster auf zwei Beinen, das den Vater im Kerker gefangen hält. Als Belle anbietet, sich selbst gegen ihren Papa auszutauschen, geht das Biest darauf ein. Tatsächlich ist der Löwenmann ein verwunschener Prinz, der einst wegen seiner selbstherrlichen Art verzaubert wurde und der nur durch einen Kuss wahrer Liebe erlöst werden kann. Mit Hilfe des Schlosspersonals, das in Form lebendiger Gegenstände weiterhin seine Arbeit verrichtet, gelingt es Belle trotz vieler Probleme, die harte Schale des Biests zu knacken. Das detailverliebt gezeichnete Disney-Meisterwerk, das auf dem berühmten französischen Märchen basiert, hat bis heute nichts von seinem Zauber verloren und wurde 2017 als Realfilm neu aufgelegt.

USA 1991 | Regie: Gary Trousdale, Kirk Wise
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung I Libelle-Empfehlung: ab 7 Jahren

Bärenbrüder

Bei einem Unfall wird der große Bruder der Indianer Kenai und Denahi von einem Bären getötet. Kenai stellt das Tier und bringt es um. Doch die Tat hat eine sonderbare Verwandlung zur Folge: Fortan muss Kenai sein Leben als Grizzly bestreiten; gehetzt vom verbliebenen, vom Zauber nichts ahnenden und auf Rache sinnenden Denahi und bald begleitet vom ebenso frechen wie anhänglichen Bärenjungen Koda und zwei tölpelhaften Elchbrüdern. In einer selten gesehenen, naturalistischen Farbenpracht erweckt der klassisch animierte Film Indianer, Getier und Hintergründe zum Leben. Die typische Disney-Tierfilmhandlung, die diesmal auf ein gängiges Gut-Böse-Schema verzichtet, wird auf sympathische Weise immer wieder durch flapsige Gags aufgebrochen. Und wer die Songs von Phil Collins nicht mag, kann ja in den entsprechenden Szenen weghören.

USA 2003 | Regie: Aaron Blaise, Robert Walker
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung I Libelle-Empfehlung: ab 7 Jahren

Küss den Frosch

Mehr als mit dem bekannten Grimm’schen Froschkönig-Märchen hat die Handlung dieses letzten klassisch animierten Disneyfilms mit „Esmeralda, Froschprinzessin“ der US-amerikanischen Autorin E.D. Baker zu tun. Hier wie dort verwandelt sich der verwunschene Prinz nicht wie erhofft zurück in einen Menschen, sondern die Küssende sich ebenfalls in einen Frosch ... Disneys erste schwarze Hauptfigur Tiana ist eine junge Kellnerin in New Orleans, die hart für ihren Traum eines eigenen Restaurants arbeitet – ihr Gegenpart der verwöhnte Prinz Naveen, der sich dem süßen Nichtstun hingibt. Neben den gewohnt brillanten Zeichnungen bietet der Film viele gute Gags, markante Charaktere und ein abwechslungsreiches Nebeneinander von menschlicher und tierischer Abenteuer- und Liebesgeschichte. Die beschwingten Blues-, Jazz- und Gospelsongs überzeugen in der deutschen Version dank Cassandra Steen und dem leider viel zu früh verstorbenen Roger Cicero.

USA 2009 | Regie: Ron Clements, John Musker
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung I Libelle-Empfehlung: ab 7 Jahren

Die Melodie des Meeres

Der vierjährige Ben lebt mit seinen Eltern glücklich in einem Leuchtturm auf einer sturmumtosten Steilklippe an der irischen Küste. Sein Leben ändert sich dramatisch, als die Mutter bei der Geburt der kleinen Schwester Saoirse verstirbt – wofür Ben die Schwester verantwortlich macht. Irgendwann findet das stumme Mädchen ein Robbenfell, streift es über und verwandelt sich in ein Seehundkind. Unter Wasser fühlt die Kleine sich wohl, doch wieder an Land erkrankt sie, weshalb die resolute Großmutter beide Kinder mit zu sich in die Stadt nimmt. Nun muss Ben die Schwester durch eine Welt voller Fabelwesen zurück zum Meer bringen, um sie zu retten. In klassisch animierten Bilderbuchbildern erzählt dieser oscarnominierte Film eine fantasievolle Geschichte, die tief in die irische Sagenwelt eintaucht. Einige wenige gruselige Szenen gibt es zwar auch, doch die sollten kleine wie große Zuschauer nicht vom Schauen abhalten – sie würden einen der schönsten, poetischsten Zeichentrickfilme verpassen!

IR/DK/B/LUX/F 2014 | Regie: Tomm Moore
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung I Libelle-Empfehlung: ab 7 Jahren

Hilfe, unser Lehrer ist ein Frosch!

Paul van Loons Kinderbuch „Das Geheimnis von Lehrer Frosch“ ist in seiner niederländischen Heimat seit mehr als 25 Jahren ein Bestseller. Inhaltlich dreht sich in dessen Spielfilmadaption alles um die elfjährige Sita, ihre Klasse und ihren Lehrer Herrn Franz. Der versteht es, den Kindern mit seiner freundlichen, kumpelhaften Art Wissen zu vermitteln. Eines Tages kommt Sita per Zufall hinter ein unglaubliches Geheimnis: Fällt zu oft das Wort „Frosch“, verwandelt der Lieblingslehrer sich in einen ebensolchen – und nur wenn er eine Fliege frisst, wird aus ihm wieder Herr Franz. Eine große Gefahr, denn schnell ist dem neuen Schuldirektor Herrn Storch nicht nur Franz’ liberaler Unterricht ein Dorn im Auge ... Die fantasievolle, aber nicht überladene Geschichte richtet sich an Sechs- bis Zehnjährige und dürfte diesen einen harmlos-vergnüglichen Filmnachmittag bereiten. Auch im etwas actionreicheren Finale ist stets klar, dass die kleinen Helden die Oberhand behalten, sodass Eltern keine unerwarteten Albträume befürchten müssen.

NL 2016 | Regie: Anna van der Heide, Tamara Bos
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung I Libelle-Empfehlung: ab 6 Jahren

Libelle-Popcornkino

Alle vorgestellten Filme sind auf DVD, Blu-ray oder bei Streamingdiensten erhältlich.

Und hier ist das Rezept fürs Popcorn:

Ihr benötigt:

  • einen beschichteten Topf mit Deckel
  • einen Kochlöffel
  • ein Handtuch
  • 1 bis 2 Esslöffel Fett (Öl)
  • 2/3 Kaffeebecher Popcorn-Mais
  • 1/3 Kaffeebecher Zucker
  • eine Schüssel

Zubereitung:

  • Öl im Topf erhitzen
  • Maiskörner und Zucker mischen und dazugeben
  • Rühren, bis das erste Maiscorn „aufpoppt“
  • Topf mit Deckel verschließen, Herd runterstellen
  • Wichtig: Den Topf ständig bewegen und schwenken, damit nichts anbrennt! Dazu am besten das Handtuch gefaltet über den Deckel und die beiden Griffe legen.
  • Wenn (fast) alle Maiskörner aufgepoppt sind, das Popcorn in die Schüssel umfüllen und dabei verklebtes Popcorn leicht auflockern

Wer die salzige Variante bevorzugt, lässt den Zucker weg und streut ganz am Schluss etwas Salz über das fertige Popcorn.

Tags: Familienfilm , Kinderfilm , Libelle-Heimkinotipp , Verwandlungen

Kategorien: Freizeit , Lesen Hören Sehen