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Die kleine Hexe

Peter Hoch · 28.01.2018

© Studiocanal GmbH / Walter Wehner

© Studiocanal GmbH / Walter Wehner

In der märchenhaften Adaption des Kinderbuchklassikers von Otfried Preußler zaubert sich Karoline Herfurth in die Herzen der Zuschauer.

Neben „Der Räuber Hotzenplotz“ ist „Die kleine Hexe“ wohl das berühmteste Kinderbuch aus der Feder Otfried Preußlers. In filmischer Gestalt war die von ihm erdachte, namenlose Junghexe bisher trotzdem nur in drei recht freien und inzwischen auch etwas angestaubten Animationswerken aus Osteuropa zu sehen. Ein knappes halbes Jahr nach ihrem 60. Buchjubiläum demonstriert die clevere Heldin nun erstmals in einem Realfilm ihre Zauberkünste. Nur zu gern wäre die kleine Hexe, die in einem urigen Haus im Wald lebt, endlich beim großen Walpurgisnachtfest auf dem Blocksberg mit dabei, zu dem sich ihre „Kolleginnen“ jedes Jahr zum Tanz treffen. Allerdings ist sie mit ihren 127 Lenzen noch nicht alt genug, um an der elitären Veranstaltung teilzunehmen. Entgegen des Ratschlags ihres treuen Raben Abraxas mischt die kleine Hexe sich trotzdem unter die Feiernden, wird aber prompt von der garstigen Wetterhexe Rumpumpel erwischt und bei der Oberhexe verpfiffen. Um im folgenden Jahr offiziell dabei sein zu dürfen und zu beweisen, dass sie eine gute Hexe ist, wird sie dazu verdonnert, alle 7.892 Zaubersprüche aus dem großen magischen Buch zu lernen. Und als ob das nicht schon schwierig genug wäre, versucht die böse Rumpumpel immer wieder, sich einzumischen. Zudem liegt die Definition davon, was eine „gute Hexe“ ist, natürlich im Auge des Betrachters. Um aus den 20 Episoden der Buchvorlage einen zusammenhängenden Film zu kreieren, haben die Macher sich inhaltlich diverse Freiheiten genommen. Dazu bekamen sie sogar den Segen der Autorenerben, mit denen sie 2013 auch schon erfolgreich Preußlers „Das kleine Gespenst“ adaptierten und dabei der Seele des Originals treu blieben. Dank eines charmanten Drehbuchs, der fantasievollen, detailverliebten Ausstattung und der leidenschaftlich in ihren Figuren aufgehenden Besetzung, allen voran Karoline Herfurth in der Titelrolle mit ansteckendem Lachen, und Suzanne von Borsody als herrlich übertriebene Gegenspielerin, ist das auch bei „Die kleine Hexe“ gelungen. Der Gruselfaktor, der sich durch die Masken der bösen Hexen einstellen könnte, ist auf ein zielgruppengerechtes Minimum reduziert, stattdessen begeistert der Film mit märchenhafter Stimmung und unaufdringlicher Botschaft. 

 

Kinostart: 1. Februar
Regie: Mike Schaerer
Mit: Karoline Herfurth, Suzanne von Borsody, der Stimme von Axel Prahl u. v. a.
FSK-Freigabe: ab 0 J., Libelle-Empfehlung: ab 6 J.

Tags: Film , Kleine Hexe

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