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Die allerschönsten Spiele

Eva und Jürgen Karla · 11.05.2020

© ebednarek  – adobestock

© ebednarek – adobestock

Für alle was dabei: Die Spiele-Experten der Libelle stellen die allerschönsten Spiele für die gesellige Familienrunde vor.

Es fühlt sich immer noch unwirklich an. Wir sind zu Hause und die Tage gehen vorbei, gefüllt mit Alltäglichem, dem Versuch von Homeoffice und ganz viel familiärem Miteinander. Das ganze Leben ist verändert, auch Bekanntes fühlt sich plötzlich anders an – und im Hinterkopf hockt immer der Gedanke an den unsichtbaren Feind namens Corona. Es ist unerwartet mehr Zeit im neuen Alltag, und dennoch muss man sich ermahnen, etwas daraus zu machen, Vorbild für die Kinder zu sein und sie die durch das nicht absehbare Ende entstehende Lähmung nicht spüren zu lassen.

Unsere liebsten Spiele

Und da helfen kleine Auszeiten von der Wirklichkeit, bei denen man den Kindern staunend in ihrer Unbekümmertheit und ihrem fröhlichen Im-Jetzt-Sein zuschauen kann, bevor die nächste Überraschung in der Chaos-Zentrale auftritt. Unsere Kinder spielen zum Glück gern, gehen ans Spieleregal und ziehen ihre liebsten Sspiele heraus. Wir haben über die Jahre so viele tolle Spiele kennenlernen dürfen und doch kommen die Kinder häufig mit immer wieder denselben Lieblingsspielen. Dabei gibt es Phasen. Ein paar Tage lang wird ein Spiel fast exzessiv gespielt und dann ist plötzlich wieder anderes wichtiger, bevor es doch wieder herausgeholt wird ...

Spielwarenladen liefert

Einige dieser viel erprobten Spiele möchten wir heute aufgreifen und einen kleinen Einblick in unsere ganz persönlichen Kinder-Brettspiel-Klassiker geben. Vielleicht ist das ein oder andere dabei, das trotz Corona vom Brettspiel- oder Spielwarenladen vor Ort geliefert werden könnte – für uns als schöne Abwechslung, für den Einzelhändler vor Ort existenziell in dieser schwierigen Zeit. Unsere Kinder sind jetzt sechs und fast acht Jahre alt. Sie haben Spiele für die Allerkleinsten gespielt und mit unserer Großen können wir sogar schon Spiele spielen, die nicht mehr typischerweise als Kinderspiel gelten.

14 allerbeste Spieletipps für Familien

Skyjo


Ganz hoch im Kurs ist derzeit wieder „Skyjo“: Bei dem kurzweiligen Kartenspiel versuchen die Mitspieler*innen, über mehrere Spielrunden so schnell wie möglich durch geschicktes Aufdecken, Tauschen und Sammeln von Spielkarten so wenige Punkte wie möglich zu haben. Die Zahlenwerte gehen von minus 2 bis plus 12, sodass dabei direkt auch Rechnen geübt werden kann, damit der Überblick über die eigene Kartensumme und die der anderen behalten wird.
 
Ab 8 Jahren, 2 bis 8 Spieler*innen, Eigenverlag Magilano
 

Zooloretto Junior


Für kleine Tierliebhaber ist „Zooloretto Junior“ super. Denn jede*r Mitspieler*in ist Direktor*in eines kleinen Zoos und versucht, die Gehege mit Tieren und Landschaftsplättchen zu füllen. Dafür gibt es bei Spielende Punkte. Hoch im Kurs sind dabei die süßen Tierbabys, die als Bonustier ins Gehege dürfen, wenn Männchen und Weibchen einer Tierart in einem Gehege aufeinandertreffen. Sind die Gehege allerdings zu voll, verliert man Punkte ... Mit etwas älteren Kindern kann prima zur Erwachsenenvariante „Zooloretto“ gewechselt werden, das im Jahr 2007 sogar Spiel des Jahres war.

Ab 7 Jahren, 2 bis 5 Spieler*innen, Abacus-Spieleverlag

 

Concept Kids Tiere


Um Tiere geht es auch bei „Concept Kids Tiere“, der kooperativen Kindervariante von „Concept“, das im Jahr 2014 auf der Nominierungsliste zum Spiel des Jahres stand. Die Spieler*innen versuchen mithilfe der verschiedenen Symbole auf dem Spielbrett, ein Tier möglichst gut zu beschreiben, sodass die anderen es erraten können. Ist es ein großes oder kleines Tier? Wo lebt es? Frisst es Fleisch oder Pflanzen oder sogar beides? Wie schnell ist es? Hat es Beine oder Krallen oder Fell oder ..?

Ab 4 Jahren, 2 bis 12 Spieler*innen, Repos Production
Ausführliche Libelle-Spielerezension „Concept Kids Tiere“

 

Hexe, Tier … wer fehlt denn hier?


Bei „Hexe, Tier… wer fehlt denn hier?“ ist von demselben Autor, der auch „Halli Galli“ erfunden hat. Hier muss genau hingeschaut werden: Über drei kurze Runden wird versucht, die erwürfelte Tierkombination auf den eigenen Karten zu finden. Hat man die Tiere entdeckt, darf man die entsprechenden Karten umdrehen. Wer alle seine Karten umgedreht hat, gewinnt die Runde und erhält als Belohnung die nicht umgedrehten Karten der anderen. Wer nach den drei Runden die meisten Karten hat, gewinnt.


Ab 4 Jahren, 2 bis 4 Spieler*innen, Amigo-Spiele
Ausführliche Libelle-Spielerezension zu „Hexe, Tier ...“

 

Speed Colors


Für Kinder, die gern malen, ist „Speed Colors“ schön. Die Mitspieler*innen müssen sich, so schnell es geht, die Farbverteilung auf der Kartenvorderseite merken und diese Farben auf der Kartenrückseite in das gleiche Bild als Schwarz-Weiß-Vorlage einmalen. Problem dabei: Alle malen gleichzeitig und es gibt jede Stiftfarbe nur einmal für alle … Wer zuerst alle Farben korrekt und ohne überzumalen eingezeichnet hat, erhält die meisten Punkte.


Ab 5 Jahren, 2 bis 5 Spieler*innen, Game Factory

 

Uno Junior


Ein heißgeliebter Klassiker ist „Uno Junior“: Wer legt zuerst seine Karten ab und ärgert dabei seine Mitspieler mit Sonderkarten? Auch mit dem geduldigen Opa sind in den vergangenen Jahren schon unzählige Runden gespielt worden, von der Schwester als Schiedsrichterin mit Strichliste festgehalten. Die Kleinkindvariante bricht das Spiel auf seine Grundessenz herunter und ist für die älteren Spieler genauso schön wie die Ursprungsversion ab 7 Jahren (die allerdings den Vorteil hat, dass bis zu zehn Personen mitspielen können).


Ab 3 Jahren, 2 bis 4 Spieler*innen, Mattel-Verlag

 

Schnappt Hubi


Mit „Schnappt Hubi“, dem Kinderspiel des Jahres 2012, steht auch ein Brettspiel mit Elektronik auf unserer Lieblingsspiele-Liste. Gemeinsam müssen die Mitspieler*innen die Zaubertüren, Hasenfenster und Mauselöcher im Spukhaus erkunden. In der zweiten Spielphase muss dann das Gespenst Hubi gefunden werden – vor Mitternacht, versteht sich. An der Spielelektronik, die Tipps zu Hubis Versteck liefert, können drei Schwierigkeitsstufen eingestellt werden. Und wenn es heißt „Oh nein, Hubi ist euch entwischt!“, hat man direkt Lust auf eine neue Partie ...


Ab 5 Jahren, 2 bis 4 Spieler*innen

 

Dobble


Praktisch ist derzeit natürlich auch, wenn die Kinder ein Spiel einfach mal ohne die Erwachsenen spielen können. Das trifft auf „Dobble“ zu. Es gibt verschiedenen Spielvarianten zur Auswahl, denen aber immer gemein ist, dass übereinstimmende Symbole auf den aufgedeckten Karten gefunden werden müssen. Zwischen zwei Karten gibt es immer genau ein übereinstimmendes Symbol (Form und Farbe sind identisch, nur die Größe kann unterschiedlich sein). Da hört man dann die aufgeregten Rufe von nebenan: „Spinne!“, „Geist!“, „Iglu!“…


Ab 6 Jahren, 2 bis 8 Spieler*innnen, Asmodee-Spiele

 

Lotti Karotti


Zu den Spielen, die die Kinder einfach für sich spielen können, zählt auf jeden Fall auch das ganz bekannte „Lotti Karotti“. Zwei bis vier „Hasen“ versuchen, als erste auf die Karotte auf dem Gipfel des Berges zu hüpfen. Doch der Weg dorthin ist voller Überraschungen. Unterwegs öffnen sich plötzlich Löcher – und der ein oder andere Hase plumpst hinein und ist raus aus dem Rennen. Ein wenig Frustrationstoleranz muss da schon vorhanden sein …


Ab 4 Jahren, 2 bis 4 Spieler*innen, Ravensburger Spieleverlag

 

Schnapp die Nuss!


Ein weiteres Spiel, bei dem der Schnellste gewinnt, ist „Schnapp die Nuss!“. Obwohl die kleinen Eichhörnchen schlafen sollen, hüpfen sie noch munter durch die Gegend (kommt jemandem das bekannt vor?) und wollen Nüsse einsammeln. Die Eichhörnchen-Mama springt hinterher, denn die kleinen Racker sollen nun endlich ins Bett gehen! Wer ergattert die meisten Nüsse, bevor die Mama alle Eichhörnchen eingeholt hat?


Ab 5 Jahren, 2 bis 4 Spieler*innen, Schmidt-Spiele

 

Bellz!


Liegt es an den Glöckchen? Manchmal ist nicht wirklich klar, warum ein Spiel zum Lieblingsspiel wird. „Bellz!“ ist ein Geschicklichkeitsspiel mit 40 Glöckchen verschiedener Größe in vier Farben sowie einem Magnetstab mit einem starken Magnet an der einen und einem schwachen an der anderen Seite. Wer mit dem Magnetstab zuerst alle Glöckchen seiner Farbe eingesammelt hat, gewinnt das Spiel. Das war´s schon. So einfach das klingt, es macht Spaß – und ist trotz der schönen Glöckchen nicht nur etwas für Mädchen.


Ab 6 Jahren, 2 bis 4 Spieler*innen, Spin Master

 

L.A.M.A.


Nominiert zum Spiel des Jahres 2019 war zu Recht das Kartenspiel „L.A.M.A.“ Die wichtigste und in der Abkürzung namensgebende Regel: Lege alle Minuspunkte ab! Jede*r Mitspieler*in versucht also, Karten loszuwerden, um möglichst keine Minus-Chips zu kassieren. Dabei darf man auf eine 1 eine 1 oder 2 legen, auf eine 2 eine 2 oder 3 und so fort. Es endet mit der 6, auf die eine 6 oder ein Lama gelegt wird. Und eben dieses Lama zählt zehn Minuspunkte, wenn man es nicht loswird ... Nach dem Lama folgt ein Lama oder wieder die 1. Einfach, und gerade deshalb mit hohem Suchtfaktor.


Ab 8 Jahren, 2 bis 6 Spieler*innen, Amigo-Spiele
Ausführliche Libelle-Spielerezenions zu „L.A.M.A.“

 

Pearls


Ein weiteres taktisches Kartenspiel ist „Pearls“: Bei jedem Zug hat man die Wahl, entweder alle ausliegenden Karten einer Farbe einzusammeln oder gleichfarbige Handkarten abzulegen und sich dabei Siegpunkte zu sichern. Karten mit höherem Wert bringen zwar viele Punkte, sind dafür aber seltener. Doch auch Perlenkarten mit niedrigeren Werten lohnen sich: Wer besonders viele Karten auf einmal wertet, kann durch Halskettenkarten wertvolle Bonuspunkte ergattern. Klingt unproblematisch – wenn da nicht die Mitspieler*innen wären, die ebenfalls auf Punkte aus sind!


Ab 6 Jahren, 2 bis 6 Spieler*innen, Abacus-Spiele

 

Patchwork Express


„Patchwork Express“ ist die flotte Variante von „Patchwork“. Bei diesem Taktikspiel geht es nicht nach der Reihe, sondern immer der ist dran, der auf der Spiel-Zeitleiste hinten liegt. Wer dran ist, rückt entweder auf der Zeitleiste vor und erhält Knöpfe oder nimmt Patchwork-Flicken auf, um sie auf seinem Tableau zu platzieren. Jeder Flicken kostet also Zeit und Knöpfe, bringt aber im Anschluss neues Knopf-Einkommen, sobald das nächste Knopf-Symbol überquert wird. Die Flicken müssen geschickt platziert werden, da leere Felder Punktabzug bedeuten. Hier ist Vorausdenken gefragt!


Ab 6 Jahren, zwei Spieler*innen, Lookout-Spiele

 

Spielerisch durch die Coronazeit

Dieser Einblick in die (derzeitigen) Lieblingsspiele unserer Kinder könnte noch um eine Vielzahl erweitert werden und ist ganz sicher nicht vollständig. Es gibt ständig tolle neue Spiele und auch wir lernen mit unseren Kindern manchmal noch den ein oder anderen Klassiker kennen, der – aus welchen Gründen auch immer – im Alltag bisher an uns vorbeigezogen ist. Wir haben schon seit Längerem ein Haustürschild: „Die ganze Welt ist ein Irrenhaus – aber hier ist die Zentrale!“ In den Zeiten von Corona trifft das vielleicht noch ein bisschen mehr zu als sonst … In diesem Sinne: Versucht, die Zeit daheim spielerisch zu überstehen. und das Wichtigste - bleibt gesund!

Düsseldorfer Läden online

Welche Spielwarengeschäfte oder Buchläden dir schnell das gewünschte Spiel liefern, erfährst du hier:

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Tags: Corona , Familienspiel , Gesellschaftsspiel , Kinderspiel , Spiel

Kategorien: Freizeit , Lesen Hören Sehen