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Comedy-Serie „Andere Eltern“

Tana Römmer-Collmann · 17.06.2019

© Tom Trambow / eitelsonnenschein GmbH / Turner Broadcasting System Europe Limited – a WarnerMedia Company

© Tom Trambow / eitelsonnenschein GmbH / Turner Broadcasting System Europe Limited – a WarnerMedia Company

Der Hype im Netz: Eine Fake-Impro-Doku über Eltern, die in Köln eine Kita gründen. Richtig lustig oder eher nervig?

Wenn eine Serie namens „Andere Eltern“ die Runde macht, ist die Libelle natürlich aufgefordert, da mal reinzuschauen. Auch wenn's wehtut ... Der Plot ist rasch umrissen: Aus Not an Kita-Plätzen und auch, weil sie mit dem bestehenden System und seinen Konzepten unzufrieden sind, beschließen vier Elternpaare aus Köln-Nippes, eine Kita in Form einer Elterninitiative zu gründen. Nina, eine der Gründermütter, hat eine Dokumentarfilmerin zur Mutter, die den aufreibenden Prozess mit der Kamera begleitet. So entsteht das Format der sogenannten Impro-Mockumentary: Die Schauspieler, darunter Lavinia Wilson, Daniel Zillmann, Serkan Kaya, Nadja Becker, Sebastian Schwarz und andere, haben zu ihren Charaktern gewisse Vorgaben bekommen, die sie nun in der fiktiven Dokumentation improvisierend umsetzen. Eins vorweg: Wer einen Hass auf hysterische Eltern hat, der hält die Serie nicht länger als zwei Minuten aus. Wer der Elternschaft eher neutral gegenübersteht, kann vielleicht über das ein oder andere Klischee, den Slapstick und die zynische Persiflage lachen – und verliert dann wohl recht schnell das Interesse.

Und wer sich für ganz normale Eltern hält? Mmmh, für den ist es wohl Geschmackssache. Möchte man wirklich sehen, wie die Eltern über die Wandfarben diskutieren und schießlich einen Schamanen in die Kitaräume bestellen, um sich auf sein Geheiß die Kleider vom Leib zu reißen? Das Fehlen eines Drehbuchs hat sicherlich für die Schauspieler viel Spaß bedeutet, aber im Ergebnis führt es zu einer sich immer abstruser drehenden Klischee-Spirale: Wer dreht am meisten durch? Die Handlung ist somit erwartbar, viel mehr als Fremdschämen bleibt am Ende nicht. Es fehlen gesetzte Impulse, die überraschende Wendungen oder gar eine Entwicklung herbeiführen. Aber trotzdem: Mal reingucken lohnt sich – zum Mitreden und vielleicht sogar heimlich an die eigene Nase Fassen ... Ich zum Beispiel habe Nina so gut verstanden, als sie – dauerüberfordert, extremgereizt und endgestresst – mit dem Kinderwagen im Weg stehende Fahrräder rammt. Zum Glück ist die Serien praktisch kinderfrei.

Andere Eltern

TNT Comedy 2019

Läuft bei TNT Comedy, Amazon, Sky, I-Tunes und Google Play

https://andere-eltern.de/

Tags: Comedy

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