Kultur

Magnetisch: Kulturfestival für Kinder

Nadine Lente · 11.06.2018

© Veranstalter

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Ob Baby, Kleinkind oder Schulkind – Kultur ist für alle da. Das zeigt auch das 21. Kinder-Kultur-Festival im Duisburger Innenhafen.

Ob Kunstworkshops zu Elektromotoren oder Magnete bauen, Tiergesichter schminken, Märchenerzählungen: Die meisten Veranstaltungen im Rahmen des Festivals sind gratis. Ausnahmen: Die Mitmachausstellung zum Magnetismus sowie einzelne Theatervorstellungen kosten zwei Euro pro Person. Das KinderKulturFestival widmet sich in diesem Jahr einem besonders „anziehenden“ Thema. Das Programm aus Theater, Workshops, einer großen Mitmach-Ausstellung und Spielaktionen steht unter dem Titel „Magnetisch“. Damit beschäftigt es sich mit einer Kraft, die alle Kinder kennen und die vielleicht auch deshalb ihre Phantasie anregt, weil sie auf den ersten Blick ein bisschen geheimnisvoll erscheint. Magnete scheinen an Kühlschranktüren oder anderen Metallflächen zu „kleben“, sie können Gegenstände festhalten oder bewegen wie von unsichtbaren Fäden gezogen und sie können Eisenspäne in seltsamen Linien ordnen.

Auf spielerische Weise geht die Mitmach-Ausstellung „Achtung anziehend – Geheimnisvolle Kräfte“ dem Magnetismus auf den Grund. Sie kommt vom Kindermuseum Zinnober aus Hannover und richtet sich an Kinder ab 5 Jahren und natürlich auch an ihre Eltern. Und sie macht allen Spaß, egal ob sie die Naturwissenschaften lieben oder ihnen mit einer gewissen Distanz begegnen. Zu sehen ist die Ausstellung samstags von 12 – 18 Uhr, sonntags von 11 – 17 Uhr und montags bis freitags 15 – 18 Uhr.

Um die technische Anwendung des Magnetismus im Elektromotor und im Kompass geht es bei zwei Workshops der Junior Uni Wuppertal: Am 2. und 3. Juni heißt es jeweils ab 12 Uhr: „Bau dir deinen Motor“ und „Orientierung im Magnetfeld – Bau die deinen Kompass“.

Neben der Mitmachmach-Ausstellung ist das Theater das zweite Standbein des KinderKulturFestivals. Internationale Gäste hat es schon oft gehabt, aber so international wie in diesem Jahr war es wohl noch nie. Neben deutschsprachigen Theatergruppen kommen Künstlerinnen und Künstler aus Kambodscha, Ghana, England, Irland, Spanien, Katalonien und Belgien auf das Festivalgelände am Innenhafen.

Die Gruppen aus Ghana und Kambodscha präsentiert das KinderKulturFestival in Zusammenarbeit mit der „Kinderkulturkarawane“ aus Hamburg. Beide Gruppen überzeugen durch hohe künstlerische Qualität. Gleichzeitig beleuchten sie ein brandaktuelles internationales Thema: Aus unterschiedlichen Blickwinkeln beschäftigen sie sich mit dem Thema „Flucht“. Das Tete Adehyemma Dance Theatre aus Ghana fragt in ihrem Stück „By the road“ (Sa, 2.6., 15 Uhr): Wem leuchten die Sterne Europas? Antworten gibt es in einer mitreißenden, professionellen Show aus Tanz, Trommeln und poetisch-komödiantischen Theaterszenen. Mit ihrem Auftritt beim Kinder-Kultur-Festival beginnen die Jugendlichen aus Ghana ihre Europatournee.

„Phare Ponleu Selpak“ („Strahlkraft der Kunst“) aus Kambodscha ist in einem Flüchtlingslager in der Nähe der thailändischen Grenze als Kulturprojekt für Kinder und Jugendliche entstanden. Kreative Arbeit sollte dort helfen, Traumata von Krieg und Flucht zu verarbeiten. Das Ergebnis ist eine atemberaubende Mischung aus Zirkus, Akrobatik und Musik (Sa, 9.6., 12 und 15 Uhr).

Gleich mit einem eigenen kleinen Theater reist die „Compagnie Holoqué“ an. Virtuos setzen die Katalanen die im Theater selten genutzte Technik der Holographie ein. In ihrem Stück „Die innere Welt“ interagiert ein Schauspieler u.a. mit Hologrammen, also dreidimensional wirkenden Puppen oder Objekten aus Licht. Für diese Produktion hat die Gruppe ihr Theater für 16 Personen konstruiert, in dem das traumhafte Stück mehrmals am Eröffnungswochenende aufgeführt wird. „Die innere Welt“ ist zum ersten Mal in Deutschland zu sehen.
Generell möchte das Festival eine große Formenvielfalt von professionell gemachtem Kindertheater zeigen. So erzählt die spanische Gruppe „El Patio“ in „A Mano“ („Von Hand gemacht“) die Geschichte einer Tontasse als Objekttheater ohne Worte und das englische Theater „PanGottic“ greift in „LongShot“ die Tradition des Circusustheaters auf.

Als Musical präsentieren die „Complizen“ die Geschichte des fernsehbekannten „Urmel“ und das „Feuerwerktheater“ nutzt für sein Stück „Elefanten vergessen nie“ die Spannung zwischen den uralten Theater- und Zirkusfiguren des Weißclowns und des dummen Augusts. Die Mittel des Figurentheaters nutzen die „Compagnie Les Voisins“ in „Buh!“ - einem Stück über ein mutiges Mädchen und einen echten Angsthasen – sowie das Theater „Anna Rampe“ in „Einmal Schneewittchen, bitte“.

Kinder-Kultur-Festival
Samstag, 02.06.2018 - Sonntag, 10.06.2018

Innenhafen, Springwall, 47051 Duisburg

Tags: Duisburg , Festival , Kinderkultur

Kategorien: Freizeit , Kultur , Stadtgeschehen