Kultur

Grenzgänger

Nadine Lente · 22.02.2019

© Veranstalter

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Ein Jugendstück für Menschen ab zwölf nach dem Buch von Ann Jaramillo feiert Anfang März in Neuss Premiere.

„La Línea“ lautet sein Name und ist auch die Bezeichnung der Grenze zwischen Mexiko und den USA. Erzählt wird die Geschichte von Miguel, der San Jacinto verlassen will; seine Eltern haben ihn und seine 13 Jahre alte Schwester bei ihrer Großmutter zurückgelassen, um ein besseres Leben zu starten. Seitdem träumt er davon, ihnen in die USA zu folgen. Er weiß, dass der Weg nicht einfach ist, denn die Reise über „La Línea“ ist voller Gefahren. Hier lauern Banden, Grenzpatrouillen und zwielichtige Personen. Da wäre es sicher schwer genug, allein am Leben zu bleiben, aber mit der kleinen Schwester im Schlepptau, scheint es fast unmöglich. Trotzdem brechen beide mit etwas Geld in der Tasche auf, um den „Coyote“, einen Schleuser, zu finden und „El Polmero“, den Mann, der sie durch die Wüste führen soll.

Topaktuell

Als die US-amerikanische Autorin Ann Jaramillo 2006 ihr erstes Jugendbuch „La Línea“ verfasste, galt Mexiko als größtes Emigrationsland der Welt. Besonders das Freihandelsabkommen NAFTA hat seit 1994 zu einem Preiszusammenbruch in der Landwirtschaft und zu einer Zunahme der Emigrationsbewegungen geführt. Inzwischen sind es vor allem die südlichen Nachbarländer El Salvador, Honduras und Guatemala, die Mexiko als Transitland nutzen, um in die USA zu gelangen. Die Frage, wie man mit den Zufluchtsuchenden umgeht, ist aktuell zu einer der schärfsten der mexikanischen und US-amerikanischen Außenpolitik geworden. „La Línea“ zeigt einen ergreifenden Ausschnitt dieses Problems im Schicksal eines Geschwisterpaares, das wie 500.000 Menschen jährlich alle Gefahren auf sich nimmt, ihr Heimatland über die Südgrenze in die USA zu verlassen.


Premiere

La Línea

ab 12 Jahre,
Freitag, 01.03.2019, 20 Uhr, Rheinisches Landestheater, Oberstraße 95, 41460 Neuss

Kategorien: Kultur