Freizeit

Spiele des Jahres 2019

Eva Karla · 21.10.2019

© Patrick Pfeiffer

© Patrick Pfeiffer

In Berlin fand die feierliche Preisverleihung zum Spiel sowie Kinderspiel und Kennerspiel des Jahres statt – drei geniale Spielideen!

Die Verleihung des Spiel des Jahres ist in jedem Jahr etwas ganz besonderes, finden sich die ausgezeichneten Spiele doch später in vielen Familien und im Freundeskreis auf den Spieltischen. In diesem Jahr wurde der 40. Geburtstag gefeiert, 1979 gewann „Hase und Igel“ von Autor David Parlett. In diesem Jahr hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Auszeichnung an den Just-One-Autor Bruno Sautter übergeben. In ihrem Grußwort betonte Grütters die Bedeutung des Kulturgutes Spiel: „Mit der Auszeichnung Spiel des Jahres werden mit qualitativ hochwertigen, inspirierenden und bereichernden Spielen wichtige Impulse gesetzt – analoge Spiele stärken den Teamgeist und verbinden Generationen miteinander.“ In Zeiten zunehmender Digitalisierung sei die wachsende Nachfrage nach Brett-und Kartenspielen ein erfreuliches Signal, betonte Grütters in einer sehr kenntnisreichen Rede, die auf viel Beifall bei den weit mehr als 200 Gästen der Verleihung stieß.

Spiel des Jahres 2019: „Just One“

Bei „Just One“ von Ludovic Roudy und Bruno Sautter, erschienen bei Repos Production, muss ein Spieler einen Begriff erraten. Die Mitspieler schreiben dazu Tipps auf und zwar jeweils in Form eines einzelnen Wortes. Gibt es mehrere gleiche Tipps, werden diese gestrichen. Die Lösung zu „Spaß“, „Würfel“, „Karten“ und „Siedler“ dürfte klar sein, oder? Genau, Brettspiel! „Just One“ ist kommunikative Spielfreude in Reinform. Wir haben schon oft die Erfahrung gemacht, dass beim Spielen plötzlich Menschen von Nachbartischen zu uns gestoßen sind oder der Kellner im Café interessiert geschaut und dann direkt mitgespielt hat. Die Grundidee ist so bestechend einfach und genial, dass „Just One“ die Menschen regelrecht fesselt. Für 3 bis 7 Spieler ab 8 Jahren, ca. 30 Minuten.

Kinderspiel des Jahres 2019: „Tal der Wikinger“

„Tal der Wikinger“ von Wilfried und Marie Fort, erschienen bei Haba, vereint einen Geschicklichkeitsaspekt mit taktischen Entscheidungen. Wir nehmen am großen Fässerkegeln teil und wollen genau die richtigen Fässer umkegeln, damit wir viele Belohnungen auf einem oberhalb des Kegelplatzes verlaufenden Steg erreichen. Aber Achtung, beim Kegeln sollte kein Spielerchip vom Steg ins Wasser fallen! Thematisch im ersten Moment etwas ungewöhnlich, ist es faszinierend zu sehen, wie die schon junge Kinder in „Tal der Wikinger“ taktische Überlegungen entwickeln, welches Fass sie umkegeln und wie sie die Chips auf dem Weg vorsetzen wollen. Für 2 bis 4 Spieler ab 6 Jahren, Dauer 20 Minuten.

Kennerspiel des Jahres 2019: „Flügelschlag“

„Flügelschlag“ von Elizabeth Hargrave, erschienen bei Feuerland, fällt zunächst aufgrund seiner überragenden grafischen Gestaltung auf. Anschließend überzeugt es vollauf im Spielablauf. Die Spieler kümmern sich im Spiel um ein Ökosystem, in dem 170 verschiedene Vogelarten – alle wunderschön auf Karten gezeichnet – leben können. Das Ausspielen einer Vogelkarte in einen Lebensraum löst Aktionen aus, die strategisch verzahnt werden können und so einen immer spannenden Wettstreit zwischen wichtigen Entscheidungen entstehen lassen. Das Kennerspiel richtet sich an diejenigen, die schon Erfahrungen mit Spielen haben und nun „ein kleines bisschen mehr“ suchen. Und das bietet „Flügelschlag“. Für 2 bis 5 Spieler, ab 10 Jahren, Dauer 40 bis 70 Minuten.

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