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Sicherheit auf dem Spielplatz

Aus der Redaktion · 17.06.2021

© ERGO Group

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Damit auf Klettergerüst, Schaukel und Wippe keine Unfälle passieren, sollten Eltern beim Spielplatzbesuch ein paar Hinweise beachten.

Viele Sport- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder sind aktuell noch eingeschränkt. Da zieht es Familien bei schönem Wetter oft auf die Spielplätze, damit die Kinder sich mal so richtig austoben können. Allerdings steigt auf Klettergerüst, Rutsche und Wippe durchaus auch die Verletzungsgefahr. Worauf Eltern achten sollten, damit der Spielplatzbesuch nicht in Tränen oder gar in der Notaufnahme endet, stellt Unfallexperte Dimitar Gouberkov in unseren Sicherheitshinweisen für Spielplätze zusammen, außerdem erklärt Juristin Michaela Rassat die elterliche Aufsichtspflicht.

Bloß keine Kordeln, Bänder oder Helme

Spielplätze bringen Kindern nicht nur Spiel, Spaß und Bewegung, sondern fördern gleichzeitig auch die Motorik und die sozialen Fähigkeiten. Damit der Nachwuchs ausgiebig klettern, rutschen und schaukeln kann, sollten Eltern auf bequeme und gut sitzende Kleidung achten. „Außerdem sind Kordeln, Schlüsselbänder, Schals, Kettchen und vor allem Fahrradhelme auf dem Spielplatz tabu: Kinder können damit hängenbleiben und sich im schlimmsten Fall strangulieren“, erläutert Dimitar Gouberkov. Er empfiehlt Eltern außerdem, Kindern mögliche Gefahrenquellen, zum Beispiel eine hohe Rutsche, vorab zu zeigen und Regeln zur Benutzung festzulegen.

Welcher Spielplatz ist geeignet?

Vom großen Abenteuerspielplatz bis hin zur kleinen Rutsche in den Sandkasten hinter dem Haus – Spielplätze gibt es viele. „Die vorhandenen Spielgeräte sollten dem Alter und den Fähigkeiten des Kindes entsprechen“, rät der Unfallexperte. Spielplatzbetreiber müssen nach der Norm DIN EN 1176 ihren Spielplatz regelmäßig kontrollieren. Gouberkov empfiehlt Eltern dennoch, die Anlage vorher zu prüfen. Dabei sollten sie auf Folgendes achten: Gibt es Hinweisschilder zu Verhalten und Betreiber? Gibt es eine sichere und deutliche Abgrenzung durch Zäune oder Sträucher zur Straße? Ist die Anlage sauber? Verunreinigte Sandkästen mit Tierkot, Glasscherben oder Zigarettenstummeln sollten Eltern besser meiden.

So sind Spielgeräte sicher

Klettergerüste, Schaukeln oder Rutschen gilt es ebenfalls unter die Lupe zu nehmen. „Spielgeräte sollten mit dem sogenannten GS-Zeichen, das für geprüfte Sicherheit steht, versehen sein“, erläutert der Experte. Außerdem wichtig für Eltern: „Darauf achten, dass die Geräte fest im Boden verankert und mit Haltegriffen versehen sind. Darunter sollte sich stoßdämpfendes Material befinden“, führt Gouberkov aus. Damit sich Kinder nicht an den Spielgeräten verletzen, sollten sie frei von Rost, Rissen, Spalten, hervorstehenden Schrauben oder Nägeln, Splittern und Holzabspaltungen sein und keine scharfen Ecken oder Kanten haben. Stellen Eltern Mängel fest, können sie diese beim Spielplatzbetreiber melden.

Austoben – aber mit Regeln

Spiel und Spaß stehen beim Austoben auf dem Spielplatz im Vordergrund, trotzdem können auch Kinder dazu beitragen, Unfälle und Verletzungen zu vermeiden. Dazu gehört unter anderem: Erst essen und trinken, dann spielen. „Stürzt ein Kind mit einem Lutscher oder einem Trinkröhrchen im Mund, kann das zu schlimmen Verletzungen im Hals oder am Gaumen führen“, erläutert der Unfallexperte. Sicher schaukeln Kinder im Sitzen und mit beiden Händen an der Kette. Auf dem Spielplatz sollten Kinder Rücksicht erlernen: Nicht drängeln, beim Rutschen Abstand zum Vordermann halten. Aufgeschlagene Knie oder aufgeschürfte Ellenbogen kommen vor – darum ist es gut, Pflaster und Desinfektionsmittel dabei zu haben.

Aufsichtspflicht beachten

Auch wenn der Spielplatz direkt vor der Haustür ist, gilt für Eltern je nach Alter und persönlicher Reife sowie Einsichtsfähigkeit ihrer Kinder eine Aufsichtspflicht. Wie viel Aufsicht nötig ist, hängt auch von der Gefährlichkeit der jeweiligen Situation ab. „Kinder bis drei Jahre sollten auf öffentlichen Spielplätzen nur unter Aufsicht der Eltern klettern, rutschen und schaukeln“, erklärt Michaela Rassat. Kinder zwischen vier und sieben Jahren müssen beim Spielen nicht mehr ständig überwacht werden. Hier gilt ein prüfender Blick alle 15 bis 30 Minuten als ausreichend, um der Aufsichtspflicht gerecht zu werden.

Eltern haften für Schäden

Wenn ein Kind bereits früher zum Beispiel fremde Gegenstände beschädigt oder ein besonders riskantes Verhalten gezeigt hat, müssen die Eltern weiterhin genau hinschauen. „Ab sieben Jahren können Eltern ihre Kinder dann im Normalfall sogar alleine und ohne Aufsicht auf den Spielplatz lassen“, führt die Juristin aus. In diesem Alter müssen sich Eltern über das Treiben ihrer Sprösslinge nur in groben Zügen einen Überblick verschaffen – sofern es keinen konkreten Anlass für eine strengere Aufsicht gibt. Verletzen Eltern ihre Aufsichtspflicht, müssen sie je nach Einzelfall für die Schäden haften, die der Nachwuchs verursacht hat.

Aktuelle Schutzmaßnahmen

Wichtig: Aufgrund der anhaltenden Pandemie wurde in vielen Bundesländern auch auf Spielplätzen eine Maskenpflicht eingeführt. Sie gilt für Eltern und Kinder ab sechs Jahren. Die Regelungen und Altersgrenzen können sich lokal unterscheiden, bei Verstößen drohen Bußgelder. Viele dieser Vorgaben entfallen aber wieder bei sinkenden Inzidenzwerten. Eltern sollten Hinweisschilder beachten und sich vorab über die aktuell geltenden Regelungen in ihrer Region informieren.

Spielplatz-Experten der ERGO

Dimitar Gouberkov, Unfallexperte von ERGO

Michaela Rassat, Juristin der ERGO Rechtsschutz Leistungs-GmbH

www.ergo.com/ratgeber

Tags: Aktivtipps , Ausflüge , Erziehung

Kategorien: Stadtleben , Freizeit erleben , Gesunde Familie