Freizeit

Schiff ahoi!

Petra Baten · 11.02.2018

© candy1812 - stock.adobe.com

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Viel frische Luft und Wind, ein weiter Horizont und ein gemeinsames Abenteuer auf kleinem Raum: Ein Segeltörn für Familien ist ein Urlaub, der Kinder wie Eltern begeistert.

Wer beim Familienurlaub ein bisschen Abenteuerluft schnuppern und dabei auch gern die Nase in den Wind halten möchte, für den kann ein Segeltörn ein spannendes Erlebnis sein. Denn auch ganz ohne Segelerfahrung ist der Familientörn möglich - in sogenannten Flotillen sorgt das Rundum-Programm für die nötige Sicherheit.

Den Wind um die Nase, die Weite des Meeres im Blick, das Gefühl von Freiheit und Abenteuer. Segelurlaub ist was für Familien, die das Individuelle reizt und die spüren wollen, was man auch auf kleinem Raum alles Spannendes miteinander erleben kann – Technik trifft Natur. Ist die Entscheidung gegen das Hotel und für das Boot getroffen, wird schnell klar, dass Segeln nicht gleich Segeln ist. Die Möglichkeiten sind vielfältig und haben alle Urlauber im Blick, die sich auf das Abenteuer einlassen. So ist auch eine Brieftasche voller Segelscheine keine notwendige Voraussetzung für den Familientörn, eine gewisse Affinität beziehungsweise Erfahrung sollte jedoch vorhanden sein. Die lässt sich auch kurzerhand erwerben. „Manche Familien machen zusammen bei uns einen Grundscheinkurs“, erläutert Segellehrerin Silke Krüger vom Zweckverband Unterbacher See. Denn auch wenn hier nur auf Jollen geübt wird, lässt sich so das praxisorientierte Basiswissen als Grundlage für den ersten Segeltörn erwerben.

Mit Skipper und Co.
Wer den Segelurlaub ohne Bootsführerschein antritt, chartert Boot samt Skipper oder gesellt sich bei einem Mitsegeltörn kojenweise Gleichgesinnten hinzu. Für Familien hat das Flottillensegeln einen besonderen Reiz. Es wird je nach Angebot für Familien oder Alleinreisende mit Kindern angeboten. Hier schickt der Vercharterer mehrere Boote in einem losen Verbund auf Tour. Von einem der Boote aus managt eine Crew aus Techniker und Animateur rund um einen erfahrenen Skipper die Bootsbande, legt Tagesziele fest, trifft Absprachen und unterstützt die einzelnen Boote nach Bedarf bei allem, was der Segelalltag mit sich bringt, vom An- und Ablegemanöver bis zum Ausflug mit dem Dingi. Täglich ist ein neuer Hafen oder eine neue Bucht das Ziel, wo sich wieder alles trifft, Kinder und ihre Eltern bootsübergreifende Kontakte knüpfen und ein gemeinsames Abendprogramm gestalten können.

Erst Törn, dann Hotel
Nachdem ihr Mann schon seit Jahren versucht hat, ihr die Idee vom Familiensegeln schmackhaft zu machen, hat sich Daniela im vergangenen Sommer zum ersten Mal darauf eingelassen: „Wichtig war mir, dass die Kinder in einem Alter sind, in dem sie sicher schwimmen und tauchen können", erklärt die zweifache Mutter, „damit sie sich, falls sie ins Wasser fallen, auch ein paar Minuten über Wasser halten können." Auch aufgrund dieser Überlegung punktete das sommerliche Mittelmeer gegenüber Ostsee oder Ijsselmeer. Während Familienvater Erwin auf langjährige Segelerfahrung auch als Skipper zurückblickt, kannte die Familie bisher nur das Ausflugssegeln auf Jollen am Unterbacher See oder mit dem Katamaran. Wie es von Vercharterern gern angeboten wird, haben sie für ihren ersten Segelurlaub eine Woche Törn im griechischen Mittelmeer mit einer Anschlusswoche Urlaub im Hotel verbunden. Für den Beginn der Segeltour hat die Familie sich die nötige Zeit gegönnt, um sich mit der noch neuen Urlaubssituation vertraut zu machen. „Nach dem Flug haben wir die erste Nacht im Hotel verbracht, um in Ruhe anzukommen“, beschreibt Daniela den entspannten Urlaubsstart. „So mussten wir nicht sofort das Boot klarmachen." Am nächsten Morgen ließ die Familie sich dann technisch ins Boot einweisen und ging den Einkauf für die Woche an. Viele Häfen bieten dafür einen Einkaufsservice an, der den ausgesuchten Wochenvorrat an Bord bringt.

Delfine und Barbecue
Eine Woche lang waren Daniela, Erwin und ihre zwei acht- und siebenjährigen Kinder mit 14 weiteren Familien in der kleinen Flotte unterwegs. „Die Kinder haben täglich das Steuer übernehmen dürfen. Sie haben beim An- und Ablegen die Fender reingeholt und befestigt oder auf dem Wasser nach Delfinen Ausschau gehalten.“ Zum Baden oder für einen Ausflug mit dem Beiboot wurde die Fahrt unterbrochen und Daniela hatte Zeit, ein leichtes Mittagessen herzurichten. Danach ging es weiter, Kurs auf Zielhafen oder Bucht. „Mal haben wir dort mit den anderen ein Barbecue am Lagerfeuer auf einer unbewohnten Insel gemacht“, erinnert sich Daniela, „oder es gab einen Ruderwettbewerb für die Kinder.“ Langeweile kam jedenfalls nie auf. Und wenn man die jetzt neunjährige Anna fragt, was ihr bei diesem Urlaub am besten gefallen hat, bekommt man begeistert zu hören: „Ich fand einfach alles toll.“

 

ZUSATZELEMENT

Alle Mann an Bord
Das richtige Alter für Kinder an Bord gibt es nicht. Vielen ist wichtig, dass die Kinder sicher schwimmen können, „aber auch bevor sie krabbeln können, ist ein guter Zeitpunkt“, weiß Silke Krüger. „Für Kleinkinder kann man ein Sicherungsnetz ums Boot herum anbringen, wie es das auch für kleine Hunde gibt.“ Und ohne Schwimmweste läuft natürlich gar nichts. „Ist man als Familie unterwegs, steht meist nicht das Segeln im Vordergrund, sondern das, was danach kommt“, erläutert die Segellehrerin. Das kann eine Fahrt auf dem Fender sein, der Sprung ins Wasser am Bug und das Herausklettern an der Leiter am Heck oder das Angeln mit Harpunen. „Die Etappenziele sollten nicht zu ambitioniert gesteckt und die Hauptwindzeit im Segelrevier vermieden werden“, empfiehlt Silke Krüger außerdem.

Tags: Segeln , Urlaub

Kategorien: Freizeit