Erziehung

Zeugnisse für Düsseldorfer Schülerinnen und Schüler

Juliane Faller · 30.01.2020

In diesen Tagen gibt's die Halbjahrszeugnisse. Wie können Eltern auf die Noten reagieren und wo gibt es Beratung bei schlechten Schulnoten?

Am Freitag ist es soweit: Zeugnistag und bei einigen Schülern direkt damit verbunden die Frage: „Wie sag ich’s bloß meinen Eltern?“ Wir drehen den Spieß um und fragen: „Wie sag ich’s meinen Kindern, ohne dass es gleich Zoff gibt?“ Wie Eltern mit den Zeugnissen der Kinder umgehen können und was übertriebenes Lob oder Strafen wirklich bringen - wir haben Düsseldorfer Schülerinnen und Schüler gefragt, was sie sich am Zeugnistag von ihren Eltern wünschen.
 
Clara (12 Jahre): „Ich wünsche mir, dass meine Eltern stolz auf mich sind und wir zusammen als Familie etwas unternehmen.“
 
Marie (9 Jahre): „Ich wünsche mir, dass meine Eltern mit meinen Noten zufrieden sind. Am Freitagabend gehen wir gemeinsam Essen, das ist schön.“
 
Oskar (13 Jahre): „Ich finde es okay, wenn meine Eltern bei schlechten Noten etwas Enttäuschung zeigen, aber wünsche mir, dass sie nicht so sauer reagieren. Wenn ich gute Noten schreibe, freue ich mich, wenn meine Eltern positiv überrascht sind.“
 
Flora (15 Jahre): „Ich freue mich, wenn meine Eltern auf schlechte Noten ganz entspannt reagieren und sagen 'Ist ja nicht so schlimm, wird sicher wieder besser.' Und bei guten Noten sollten sich meine Eltern mit mir freuen.“
 
Linus (9 Jahre): „Ich möchte, dass meine Eltern nett zu mir sind, egal welche Note ich bekomme, und nicht mit mir schimpfen.“
 
Charlotte (13 Jahre): „Man will eigentlich nicht, dass die Eltern das Zeugnis zu wichtig nehmen. Wenn es aber gut ist, ist es schön, wenn sie das dann auch anerkennen.“
 
 
Eltern sollten sich vor Augen führen, dass es für ihr Kind nichts Schönes ist, mit einer schlechten Note nach Hause zu kommen. Sie sind daher am besten damit beraten, gelassen zu bleiben und den Ergebnissen ihrer Kinder offen zu begegnen. Eine authentische Enttäuschung über eine schlechte Note ist dabei genau so wenig verkehrt wie überschwängliche Freude über ein gutes Ergebnis. Grundsätzlich sollte aber im Fokus das Kind stehen und kein Zweifel darüber gelassen werden, dass sein Erfolg im Leben nicht an einem Zeugnis oder einer Note festgemacht werden kann. Nicht alle Kinder sind in allen Fächern gleich stark und es ist auch mal ok, weniger Energie ins Lernen zu stecken und mehr Zeit ins Spielen. Wenn Eltern der Meinung sind, dass ihr Kind doch ein wenig mehr investieren könnte, um seine Leistungen in der Schule zu verbessern, bespricht sich das aber viel besser eingekuschelt auf der Couch bei einer Tasse Tee als in einem handfesten Streit.
 
Schlechte Schulnoten?
 
Checkliste
 
  • Authentisch und ehrlich bleiben
  • Das Kind und sein Bedürfnis zum Beispiel nach Trost stehen im Fokus
  • Vermitteln, dass der Erfolg im Leben nicht von einer einzelnen Note oder einem einzelnen Zeugnis abhängt
  • Nicht sofort aufbrausen. Problematische Noten lieber an einem anderen Tag in aller Ruhe besprechen
  • Fragen, was das Kind an Unterstützung braucht und Hilfe anbieten
  • Schlechte Noten (gerade in Nebenfächern!) auch als Chance sehen: Das Kind testet sich aus und lernt seine Grenzen und Möglichkeiten kennen
  • Gute Noten anerkennen und wertschätzen. Aber nicht über materielle Geschenke

 

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Tags: Beratung , Schulnoten , Zeugnis

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