Erziehung

Vorbereitung auf die Einschulung

Besima Donlagic-Kraaß · 10.07.2018

© Matthias Stolt - stock.adobe.com

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Bald sind die i-Dötzchen wieder unterwegs! Endlich rückt für sie der erste Schultag in greifbare Nähe, ein besonderes Erlebnis für die kleinen Schulanfänger wie auch für ihre Eltern. Aber wie gestalten die Familien den Tag am besten, damit er stressfrei, schön und unvergesslich wird?

Streng genommen beginnt der erste Schultag schon am Abend vorher: Denn eine wichtige Voraussetzung für einen entspannten Start in den Tag ist eine gute Vorbereitung am Abend. Liegt das Einschulung-Outfit des Kindes bereit? Ist die Schultüte fertig gepackt, der Schulranzen einsatzbereit? Die To-do Liste für das Fest abgearbeitet? Zeitdruck und Hektik wären am Einschulungsmorgen schade, stattdessen sind ein gemeinsames Frühstück und genügend Zeit zum Fertigmachen schön. Was natürlich auf gar keinen Fall fehlen darf, ist eine funktionstüchtige Kamera, denn nichts ist ärgerlicher als leere Akkus oder volle Speicherkarten. Motive für die Kamera gibt es reichlich: das Schulkind mit der Schultüte im Arm, zusammen mit den Eltern, Großeltern, Geschwistern, Freunden und Verwandten. Diese Momente im Bild festzuhalten, bescheren Kind und Eltern später Erinnerungen an eine schöne Zeit.

Die Schultüte, der Hingucker

Schultüten gibt es in Deutschland seit 1817. Erste gesicherte Nachweise kommen aus Jena: Man erzählte damals den Kindern, dass in dem Haus des Lehrers ein Schultütenbaum wachse, und sobald die Schultüten groß genug seien, müssten die Kinder in die Schule gehen. Und den Weg dorthin versüßte man den Schulanfängern mit einer mit Leckereien befüllten – na klar – Schultüte. Auch heute gehört die Schultüte am ersten Schultag einfach dazu. Ob selbst gebastelt oder passend zum Schulranzen erworben, Schultüten sind der Hingucker des Tages. Beim Befüllen sollten die Eltern jedoch darauf achten, dass die Schultüte nicht zu schwer wird, so dass das Kind die Schultüte auch allein tragen kann.

Herzlich Willkommen!

Der offizielle Teil in der Schule findet meistens in der Schulaula oder Turnhalle statt. Direktoren, Klassenlehrer der neuen Erstklässler und die älteren Schülerinnnen und Schüler sind anwesend. Die großen Kinder tragen in der Regel ein Willkommensprogramm für die i-Dötzchen vor. Anschließend werden die Schulanfänger in ihre Klassen aufgeteilt und gehen mit dem Klassenlehrer oder der Klassenlehrerin in die neuen Klassenräume – dabei bleiben die Eltern zurück, vielleicht gibt es für sie eine Kaffee- und Kuchentafel oder noch ein paar gesonderte organisatorische Informationen zum Beispiel zur Nachmittagsbetreuung.

Buchstabensuppe und Co.

Schon am frühen Mittag sind alle wieder zu Hause – aber oft noch so aufgekratzt, dass kein rechter Hunger aufkommen mag. Wie auch immer: Im Anschluss an die offizielle Einschulungszeremonie beginnt dann in vielen Familien das Einschulungsfest. Großeltern, Paten, Freunde, Nachbarn und Verwandte möchten selbstverständlich mitfeiern. Da die Einschulung in der Regel mitten in der Woche stattfindet, sollten die Gäste früh genug über den Termin informiert werden. Wenn nicht viel Familie dabei sein kann, bietet sich auch an, zusammen mit befreundeten anderen i-Dötzchen-Familien eine fröhliche Party zu organisieren. Ob zu Hause, im Restaurant oder im Schrebergarten, ein gemütliches Beisammen lässt den Tag in jedem Fall entspannt ausklingen. Manche Familien planen auch einen besonderen Ausflug zum Beispiel in den Zoo oder zum Baden – wann sonst hat man schon mal einen halben Wochentag frei? Die Tagesplanung sollte aber in jedem Fall ausreichend Zeit für die Einschulungsfotos lassen, das Kind braucht zudem auch etwas Ruhe, um die Geschenke aus der Schultüte zu würdigen. Außerdem gibt es manches Mal schon eine erste kleine Hausaufgabe à la „Male dich mit deiner Schultüte“ – und auch der Toni will für den nächsten Tag gepackt werden …

Erinnerungen fürs Leben

Am Abend, wenn die Ruhe ins Haus wieder einkehrt, können die Eltern ein kurzes Interview im Hinblick auf den ersten Schultag mit ihrem Kind durchführen und seine Antworten notieren. Nach einigen Jahren ist es schön und spannend zugleich, die ersten Eindrücke nochmal nachlesen zu können. Und ganz wichtig: Auch wenn die Einschulung ein unvergesslicher Tag werden soll, ist es ratsam, keine zu hohen Erwartungen zu hegen. Eine gute Planung ist die halbe Miete, aber es ist unmöglich, alles perfekt hinzubekommen, Überraschungen gehören dazu – an einem Tag so voller Emotionen erst recht. Gut ist, wenn Kind und Eltern weniger nach dem Motto „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“, sondern eher nach „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ den Tag gemeinsam erleben können.

Alles eingetütet

Kreativer und persönlicher wird eine Schultüte, wenn sie ganz nach dem Geschmack des Schulanfängers selbst gefertigt wurde. In den vergangenen Jahren sind Motive aus verschiedenen Kinderfilmen sehr beliebt geworden, aber auch die Klassiker wie „Schmetterling“, „Einhorn“, „Buchstaben“ für Mädchen oder „Autos“, „Fußballmannschaft“ für Jungs stehen hoch im Kurs. Angehängte Namensschilder, Glitzer, Wackelaugen, Schleifen, bunte Sticker, niedliche Stoffapplikationen machen die Schultüte einfallsreich. Gibt es kleine Geschwister in der Familie, kann man auch für sie mit übrig gebliebenen Tonpapier eine Mini-Schultüte basteln – als kleines Bonbon gegen die Eifersucht. Die Schultüte wird traditionell mit Süßigkeiten gefüllt, aber auch nützliche Geschenke, die das Kind für die Schulzeit braucht, sind passend: Hörspiel, Stundenplan, Wachsmaler, Spardose, Uhr, Springseil, Haarspangen für Mädchen, Murmeln, Wecker, Freundebuch, Brotdose, Portemonnaie, Kartenspiele, Erinnerungsalbum oder Seifenblasen sind beispielsweise schöne Dinge, die sich gut zum Befüllen eignen.

Tags: Einschulung

Kategorien: Erziehung , Kultur , Stadtgeschehen