Erziehung

Vom Zauber des Vorlesens

Corinna Hess · 14.11.2017

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Buchhändler wie Rudolf Müller (s.Foto) lieben nicht nur Bücher, sondern auch das Vorlesen. Zum bundesweiten Vorlesetag gibt eine Reihe von Düsseldorfer Buchhändlern ihre besten Tipps für gemütliche, anregende, lustige und spannende Vorlesestunden. 

Wir alle lieben sie: Die Erinnerungen an die Gutenachtgeschichte vorm Einschlafen, den Märchen-Opa aus dem Kindergarten und unser liebstes Vorlesebuch. Doch was macht das Vorlesen eigentlich zu etwas so Besonderem? Wir haben mit Düsseldorfer Buchhändlern darüber gesprochen, warum wir nie aufhören sollten vorzulesen!

Für ANTJE WESTERMANN, Mitinhaberin der Buchhandlung BIBABUZE, steht beim Vorlesen die Gemeinsamkeit im Vordergrund. Ganz egal ob auf dem Sofa oder dem Spielplatz, Vorlesen ist für sie ein Erlebnis für alle Sinne. Es stärkt zwischenmenschliche Beziehungen und fördert die Konzentration. Das gilt nicht nur für die Kleinen. Ihr Wunsch: „Vorlesen sollte in jedem Alter so selbstverständlich zum Alltag gehören wie Zähneputzen – immer und überall.“
Buchtipp: Gemeinsam mit dem Zuhörer ausgewählte Bücher


Besonders Spaß macht Vorlesen dann, wenn die Geschichten lebendig erzählt werden und zum Mitmachen und entdecken anregen, meint Buchhändlerin PETRA FAUST (45) aus der BUCHHANDLUNG GOSSENS JUNIOR. Das gemeinsame Vorlesen stellt für sie eine bewusste Pause vom Alltag dar, in der man zusammen erzählen, lachen und ausspannen kann. Schon die ganz Kleinen lernen auf diesem Weg die Welt um sie herum besser kennen und verstehen.
Buchtipp: „Meja Meergrün“ (ab 5 J.)


Vorlesen ist für BRIGITTE KLASEN (57) ein wichtiges Ritual. Beim Lesen und Kuscheln vor dem Schlafengehen entstehen Nähe und Geborgenheit. Gleichzeitig lernen die Kinder so zuzuhören, erwerben wichtige sprachliche Kompetenzen und schulen das Gedächtnis. Besonders am Anfang empfiehlt die Inhaberin der REGENBOGENBUCHHANDLUNG dafür Reime. Später ist dann das Vorlesen von Harry Potter am Lagerfeuer ein echtes Highlight.
Buchtipp: „Latte Igel“ (ab 5 J.)


Das Beste am Vorlesen ist für RUDOLF MÜLLER (66) von der LITERATURHANDLUNG MÜLLER & BÖHM die Fantasie. Beim Zuhören können die Kinder aus der realen Welt heraustreten und in ihren Köpfen fantasievolle Bilder entstehen lassen. Das gibt ihnen Spielraum zum Denken und eine alternative Sicht auf den Alltag. Außerdem ist das Vorlesen in seinen Augen wesentlich für den Spracherwerb und legt den Grundstein für die Liebe zum Buch.
Buchtipp: „Man wird doch wohl mal wütend werden dürfen“ (für jedes Alter)


Vorlesen macht Eltern und Kindern einfach Spaß, meinen CHRISTINE BOLLAND und ELKE BÖTTCHER, Inhaberinnen der BUCHHANDLUNG BOLLAND & BÖTTCHER. Das gemeinsame Mitfiebern in spannenden Geschichten oder das Lachen bei lustigen Szenen sind tolle Erinnerungen für alle Beteiligten. Spricht man im Anschluss über das Gehörte, lernt man sich gegenseitig besser kennen. Ihr Tipp: Mit dem Vorlesen die Schlafenszeit einzuläuten ist für Kinder ein toller Abschluss des Tages.
Buchtipp: „Die kleine Hexe“ (5 – 6 J.), „Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne“ (4 – 6 J.)


In der Regel beschäftigen sich Kinder von ganz allein mit Bilderbüchern. Beim Vorlesen ist BUCH IN BILK-Inhaber STEFAN PÜTZ (49) dann insbesondere die akustische Wahrnehmung wichtig. Sich gemeinsam auf nur eine Sache zu konzentrieren, macht das Vorlesen zu einem besonderen Erlebnis. Sein Tipp: Das Vorlese-Ritual mit Gesprächen über die Erlebnisse des Tages zu verbinden, ist gut für die Entwicklung des Kindes.
Buchtipp: „Die Schnecke und der Buckelwal“ (0 - 3 J.); „Ein Schaf fürs Leben“ und „Doktor Proktor und das Pupspulver“ (bis 6 J.)

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Tags: Kinderbücher

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