Erziehung

Regelbetrieb in Kitas

Libelle · 20.08.2020

© pololia – AdobeStock

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Seit Montag, 17. August 2020, öffnen die Kitas in NRW wieder normal. Sie fühlen sich gut gerüstet für den Betrieb in Coronazeiten.

Aktualisierung 18.08.2020 // Je nach Kita sieht der Alltag zurück im Regelbetrieb unterschiedlich aus: Manche Kitas beginnen schon wieder vorsichtig, Gruppen zu mischen, zum Beispiel, wenn die Kinder draußen spielen. Andere sind da noch zurückhaltender. Eltern sollten sich generell nur möglichst kurz in der Kita aufhalten, in vielen Einrichtungen werden sie auch gebeten, Maske zu tragen. Der Begriff Regelbetrieb bezieht sich vor allen Dingen auf die nun wieder durchgängigen Öffnungs- und Betreuungszeiten für die Kinder.

Düsseldorfer Kitas: Rückkehr zum Regelbetrieb 13.08.2020 // Unter anderem, nachdem eine Studie des Universitätsklinikums Düsseldorf mit gut 5200 mehrfach getesteten Personen in Kitas keine Anzeichen für eine besonders starke Ausbreitung des Coronavirus in und über Kitas gezeigt hat, hat das Land NRW beschlossen, am Montag, 17. August 2020 wieder zum normalen Kitabetrieb zurückzukehren. „Ich halte das für angemessen“, sagte der Düsseldorfer Jugenddezernent Burkhard Hintzsche gegenüber der Westdeutschen Zeitung. Natürlich könne es eine 100-prozentige Sicherheit auch nach den vielen Tests nicht geben – aber die gibt es derzeit nirgendwo. Die Kitas sind hygienetechnisch vorbereitet, denn sie laufen ja schon seit Anfang Juli im sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb – das hieß vor allem, zwar tägliche, aber kürzere Betreuungszeiten für die Kinder.

Die große Schnupfenfrage

Die nächste große Aufgabe, die auf Kitas und Eltern nun zukommt, ist die Schnupfenfrage. Wenn im Herbst die Zahl der erkälteten Kinder zunimmt, muss genau hingeschaut werden: Könnte das Kind Symptome einer Infektion mit Covid-19 zeigen? Zur Schnupfenfrage gibt es ebenfalls eine klare Ansage von Hintzsche: „Ein Kind, das Fieber hat, bleibt zu Hause. Läuft die Nase wegen einer Allergie, kann es kommen. Ist es ein Erkältungsschnupfen, bleibt es ein, zwei Tage zur Beobachtung daheim.“ Seit Ende Juni reicht es, wenn die Eltern selbst schriftlich versichern, dass die Kinder seit 48 Stunden symptomfrei sind. Dennoch befürchten Arztpraxen im Herbst einen Kollaps. Die SPD-Opposition im Landtag fordert eine Erhöhung der „Kind-krank“-Tage für berufstätige Eltern. Ähnlich wie den Lehrkräften steht dem Kitapersonal ab sofort ein vierzehntäglicher freier Coronatest zu.

Immer mehr Plätze

Die Stadt Düsseldorf kann aktuell 28.000 Kitaplätze (Vorjahr 27.300) vorweisen – und bis zum Ende des Kitajahres 2020/2021 sollen es 29.000 Plätze sein. 20 neue Tageseinrichtungen sind in der Planung. Bei den Drei- bis Sechjährigen liegt die Betreuungsquote aktuell bei 96,3 Prozent und soll im Verlauf des Kitajahres auf 101,6 Prozent steigen. Dann gibt es – zumindest in einigen Stadtteilen – mehr Kitaplätze als nötig. Allerdings wächst Düsseldorf kontinuierlich und damit auch die Zahl der Kinder. Daher müssen Jahr für Jahr 500 neue Kitaplätze geschaffen werden, um die Quote zu halten. Die Betreuungsquote der unter Dreijährigen liegt aktuell unverändert zum Vorjahr bei 48 Prozent, rund 600 Plätze fehlten zum jetzigen Kita-Start. Das liegt auch daran, dass die Zahl der Babys und Kleinstkinder stetig steigt. Im Rahmen des neuen Kinderbildungsgesetzes KiBiz bekommt Düsseldorf mehr Geld vom Land für den Kita-Betrieb – 191 Millionen statt vorher 140 Millionen Euro im Jahr. Damit ist auch mehr Geld für Personal da – der eigentliche Engpass im Kita-Ausbau, wie Jugendamtsleiter Johannes Horn in der Presse betont: „Für den August haben wir 81 neue pädgogische Kräfte fix, bis Oktober werden es insgesamt 146 sein.“ Auch der Anteil der Männer auf den Ausbildungsplätzen in den Kitas steige allmählich.

Tags: Kindertagesstätten , Kita , Kitajahr 2020/2021 , Regelbetrieb

Kategorien: Erziehung , Stadtgeschehen