Erziehung

Nachhilfe in Düsseldorf: Lernen lernen

Beate Berrischen · 27.01.2020

© Antonio_Diaz – iStock

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Wann ist Nachhilfe sinnvoll und welches ist die Richtige fürs jeweilige Kind?

„Eine vier auf dem Zeugnis – sollte unser Kind jetzt Nachhilfe bekommen?“ Nicht selten bekommen selbst Grundschullehrerinnnen und -lehrer diese Frage gestellt. Angebote – schon für Erstklässler und Erstklässlerinnen – gibt es viele. Wie finden Eltern das passende Angebot für ihr Kind?

Wann macht Nachhilfe überhaupt Sinn? „Bei Grundschülern so gut wie nie“, sagt Britta Müller, Grundschullehrerin aus Neuss, zunächst mal klipp und klar. Denn zu frühe Nachhilfe nehme den Kindern den Spaß am Lernen und wirtschafte ihr Selbstbewusstsein herunter. Hat ein Kind Schwierigkeiten in einem Fach, müsse als erstes die Ursache dafür gefunden werden. „Liegt eine Leserechtschreibschwäche vor? Sind Grob- und Feinmotorik nicht altersgemäß entwickelt? Dann bringt Nachhilfeunterricht wenig“, so Müller. Anders sieht es allerdings aus, wenn das Kind durch Krankheit Unterricht versäumt hat, in der Familie gerade eine schwierige Situation herrscht, zum Beispiel die Trennung der Eltern, oder das Kind von sich aus Schwierigkeiten in einem Fach anspricht. „Dann kann Nachhilfe sinnvoll sein“, meint die Grundschullehrerin. Aber: Nachhilfe sollte keine Dauerlösung, sondern zeitlich befristet sein. Und sie bringe nur etwas, wenn das Kind bereit sei, mitzumachen und sich Eltern und Kind auf ein realistisches Ziel geeinigt haben. Erst wenn all diese Fragen geklärt sind, heißt es zu überlegen und zu entscheiden, wer denn den Unterricht übernehmen soll.

Nachhilfelehrer Papa und Mama

Wollen die Eltern die Wissenslücken ihres Kindes selbst schließen, sind viel Geduld, Zeit und das nötige Fachwissen gefragt. Eltern und Kind sollten sich außerdem auf feste Zeiten einigen. Die Vorteile dieser „internen“ Nachhilfe: Es fallen keine Kosten an, die Nachhilfe kann zeitlich flexibel gestaltet werden – sogar tägliche kurze Einheiten, die oft sehr effektiv sind, lassen sich umsetzen. Der Unterricht findet zu Hause statt und die Eltern erleben hautnah, ob und welche Fortschritte ihr Kind macht. Die Nachteile: Eltern müssen selbst für Übungsmaterial sorgen. Vor allem aber sind sie und ihr Kind emotional stark eingebunden und die gemeinsamen Nachhilfestunden können die Eltern-Kind-Beziehung stark belasten – insbesondere, wenn das Thema Lernen bereits ein Dauerstreitthema zwischen Kind und Eltern ist.

Nachhilfe in Kleingruppen

Nachhilfeinstitute bieten meist Nachhilfe in Kleingruppen an, die ein bis zwei Mal in der Woche in den Räumen des Instituts stattfindet. Um eine Wahl treffen zu können, sollten die Eltern die Konzepte der Institute vergleichen, zusammen mit dem Kind an einer Probestunde teilnehmen und nach der Qualifizierung der Nachhilfelehrer beziehungsweise -lehrerinnen fragen. Gut zu wissen ist auch, wie lange man sich vertraglich binden muss. Die Vorteile eines Instituts: Vielen Kindern macht Nachhilfe in Kleingruppen mehr Spaß. Die Eltern können sich vorab über Methodik und Material informieren. Fällt der Lehrer aus, wird eine Vertretung zur Verfügung gestellt. Und: Die Kosten sind von der Steuer absetzbar. Die Nachteile: Die Kosten sind durchaus spürbar und es bestehen zum Teil sehr lange Vertragslaufzeiten. Die tatsächliche Qualifikation der einzelnen Lehrer ist oft unklar. Die Termine sind wenig flexibel und das Kind muss den regelmäßigen Weg zum Institut auf sich nehmen.

Einzelstunden

Eine „externe“ Nachhilfekraft, die ein bis zwei Mal pro Woche nach Hause kommt, ist über diverse Vermittlungsportale schnell gefunden. Noch besser ist es, den jeweiligen Fachlehrer des Kindes zu fragen, ob er einen älteren Schüler oder eine Schülerin als Nachhilfelehrer/-in empfehlen kann. Die Vorteile hier: Die individuelle Eins-zu-Eins-Betreuung ist effektiv. Durch den geringen Altersunterschied ist der Nachhilfelehrer auf einer „Wellenlänge“ und er weiß, worauf es im aktuellen Unterricht ankommt. Hinzu kommt, dass die Termine nach Bedarf abgestimmt werden und vielleicht sogar in der Schule stattfinden können. Die Nachteile: Es gibt kein Konzept, das Eltern sich vorab ansehen können und mehr denn je muss die Chemie zwischen Schüler und Nachhilfeperson stimmen.

Aus dem Internet

Bruchrechnung, deutsche Literatur, englische Grammatik – zu jedem Wissensgebiet gibt es Youtube-Kanäle mit zig kurzen und ansprechend gestalteten Erklärfilmen. Einige der „Nachhilfe“-Youtuber und -Youtuberinnen sind richtige Stars bei den Kindern – seien es lockere Matheprofis oder mit Playmobil nachgestellte Weltliteratur ... Ein riesiges und kostenloses Angebot – womit zwei Vorteile schon genannt sind. Besser einschätzbar ist die Qualität der Online-Nachhilfe allerdings, wenn sie von professionellen Anbietern kommt: Im Idealfall handelt es sich dabei um zeitlich flexiblen, auf den individuellen Bedarf abgestimmten Einzelunterricht beispielsweise per Skype. Durch die verbindliche Buchung ist hier die Selbstdisziplin höher, regelmäßig dranzubleiben und das Verstandene auch anzuwenden und zu trainieren.

Beim Lernen helfen

Dem Kind beim Lernen zu helfen, das finden viele Eltern sehr schwierig. Wie es einfacher wird und wie Eltern ihre Kinder effektiv unterstützen können, dazu haben die Psychologen Fabian Grolimund und Stefanie Ritzler ihrer Internetseite mit-kindern-lernen.ch viele Ratschläge zusammengestellt. Anregungen rund ums Lesen-, Schreiben- und Rechnen-Lernen finden sich auch auf lernfoerderung.de. Die Seite pikas.dzlm.de bietet gute Informationen und Tipps, wie Eltern Mathe im Alltag integrieren können. Und wer auf der Suche nach Apps und Software zum leichteren Lernen ist, der wird unter internet-abc.de fündig.

Tags: Nachhilfe in Düsseldorf , Nachhilfeinstitut

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