Erziehung

Kita-Probleme gemeinsam lösen

Nadine Lente · 12.03.2018

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Notgruppen, Erziehermangel, Finanzprobleme – egal, ob städtisch, kirchlich, privat oder von Elterninitiativen getragen: Düsseldorfer Kitas sehen sich alle mit ähnlichen Problemen konfrontiert.

Der Jugendamtselternbeirat (JAEB) bietet die Möglichkeit, sich gebündelt um Lösungen zu kümmern. Im Libelle-Interview erklärt JAEB-JAEB-Vorsitzende Marcel Scherrer, Vater von zwei Kindern (4 und 8), wie diese noch wenig bekannte Institution arbeitet.


Jugendamtselternbeirat der Landeshauptstadt Düsseldorf – was versteckt sich hinter diesem doch holprigen Begriff?
In Nordrhein-Westfalens Kinderbildungsgesetz, den meisten sicher besser unter dem Namen Kibiz bekannt, das die Struktur und Finanzierung der Tageseinrichtungen für Kinder vor rund zehn Jahren neu gestaltet hat, hat der Gesetzgeber die Organe der Kinderbetreuung beim Jugendamt angesiedelt. Das Jugendamt unterstützt uns als Elternvertretung durch organisatorische und finanzielle Maßnahmen. Daher trägt die Elternvertretung per Gesetz den Jugendamtstitel in seinem Namen. Ganz wichtig: Inhaltlich sind wir aber unabhängig! Den komplizierten Namenstitel würden wir übrigens sehr gerne ändern.

Was machen Sie genau?
Nun, jeder kennt doch den Spruch: Gemeinsam sind wir stark. Jede Kindertageseinrichtung kämpft mit ähnlichen Problemen – wir können als ehrenamtliche Vertretung der Kinder und Eltern von über 350 Einrichtungen in Düsseldorf unsere Anliegen gebündelt an die Entscheidungsträger in der Stadtverwaltung, im Landtag und in nichtstaatlichen Trägern der Jugendhilfe herantragen. Das ist sinnvoll, weil wirkungsvoller, als wenn jede einzelne Einrichtung für sich allein kämpft. Wir stehen im kontinuierlichen Austausch mit dem Jugendamt, der Kommune, den Fraktionen und den Trägerschaften der Kitas. Eltern können sich jederzeit an uns wenden, wir unterstützen Elternbeiräte der Kitas und fördern somit eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Leider sind wir bei den meisten Eltern eher unbekannt.

Wer macht bei Ihnen mit und wie kann man mitmachen?
Wir sind die Vertreter aller Düsseldorfer Kita-Eltern. In jeder Einrichtung wird zu Beginn des Kita-Jahres der Elternbeirat gewählt. Der Elternbeirat bestimmt dann eine Person, die an der Wahl zum Jugendamtselternbeirat der Stadt teilnimmt, also dort wählen darf und gewählt werden kann. Übrigens: Im Schulsystem gibt es eine solche, gesetzlich verankerte Elternvertretung nicht! Dieser Aufgabe widmet sich in Düsseldorf ein Verein, die Elternschaft Düsseldorfer Schulen.

Warum machen Sie beim JAEB mit?
Es ist wirklich wichtig, dass nicht jeder sein eigenes Problem-Süppchen kocht und auslöffeln muss – die Themen müssen an die entsprechenden Stellen richtig artikuliert werden. Viele Politiker arbeiten zwar in dem Bereich, aber sind oft einfach nicht ausreichend für unsere Themen sensibilisiert. Oft sind ihre Kinder entweder schon lange aus dem Kita-Alter raus oder sie haben gar keine. Da kommt es auf persönliche, regelmäßige Gespräche an, um unsere Themen immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Man muss erläutern, woran es genau hakt, was bedeutet es für die Familien, für die Einrichtungen, wenn keine Erzieher da sind – und was kann alles stattfinden, wenn genügend Personal da ist.

Was sind Ihre aktuellen Schwerpunkte?
Wir unterstützen nach unseren Möglichkeiten bei allen Fragen und Problemen in der Kita. Besonders widmen wir uns natürlich dem Thema genügend und qualifiziertes Personal, gesunde Ernährung, Hygiene, aber auch dem Übergang Kita-Grundschule und Integration. Aktuell wollen wir ein Inklusions-Netzwerk aufbauen, um betroffene Familien zu unterstützen. Übrigens informieren wir alle Kita-Eltern regelmäßig in unserem Newsletter, den jeder kostenfrei auf unserer Website abonnieren kann.


Kontakt zum JAEB: info@jaeb-dus.de / jaeb-duesseldorf.de

Tags: JAEB

Kategorien: Erziehung , Stadtgeschehen