Erziehung

Kinder in der Küche

Tanja Römmer-Collmann / Sarah Schmitz · 03.06.2020

© teksomolika – AdobeStock

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Die Küche ist ein zentraler Ort fürs Familienleben. Wir haben tolle Ideen, wie du auch kleine Kinder dort stressfrei einbinden kannst.

Die Küche ist ein zentraler Ort jeder Wohnung. Hier bereiten wir alles vor, um unser tägliches und existenzielles Bedürfnis nach Ernährung zu stillen – im einfachsten Fall ist das ein Griff in den Kühlschrank, kann aber auch schon mal eine Stunde an Schneidbrett und Herd bedeuten. In Coronazeiten sind die Kinder nun viel öfter dabei. Wie lassen sie sich einbinden, sodass die gemeinsame Zeit in der Küche zu einer positiven, guten Familienzeit wird? Wir haben Tipps für jedes Alter.

  • Kleinkinder, deren Bewegungsradius auf die unteren Fächer und Schubladen beschränkt ist, freuen sich unheimlich über ihr eigenes Fach: Eine Schublade mit Töfpchen und Tellerchen, Brettchen und ein paar harten Nudeln oder einer fest verschlossenen Dose mit Reis. Diese Sachen können sie immer wieder rausholen und damit spielen, während Mutter und Vater eine Etage höher schnippeln und kochen. Alle anderen Unterschränke sollten gut gesichert sein.
  • Kindergartenkinder freuen sich, wenn ihre Spielküche, sofern vorhanden, küchennah oder in der Küche einen Platz findet. Dann können sie parallel zu den Großen ihr Süppchen rühren, nachsalzen oder das Geschirr abwaschen. Wichtig ist, ihren Einsatz in der Küche auch immer wieder zu loben und das Kind nach und nach in das echte Kochgeschehen einzubinden: Hier einen Löffel probieren, dort die Kartoffelschalen wegwerfen lassen und mehr.
  • Jüngere Kinder möchten Lebensmittel anfassen, riechen, schmecken – sie buchstäblich mit allen Sinnen begreifen. Dazu kann man ihnen einen Platz auf der Arbeitsfläche zuweisen, den sie mit dem Hochstuhl erreichen und auf dem sie mit begrenztem Aktionsradius die jeweils aktuellen Zutaten nach Lust und Laune untersuchen dürfen. Mit einem (unscharfen) Kindermesser können sie sich auch schon an das Thema Schneiden herantasten ...
  • Kinder jeden Alters sind fasziniert vom Spiel „Lebensmittel erraten“. Dazu verbindet man ihnen die Augen und gibt ihnen ein Stück Kohlrabi, Kartoffel oder Sellerie in die Hand. Können sie das unterscheiden und benennen? Eine andere Variante ist ein Schuhkarton mit Deckel und Loch für eine Hand, in den die zu erratene Speise platziert wird und die dann nur mit dem Tastsinn erkannt werden muss.
  • Kindergartenkinder sind sehr stolz, wenn sie den Tisch decken dürfen. Das Ergebnis ist dann auf jeden Fall zu würdigen. Egal, ob an jedem Platz eine Gabel gelandet ist, geschweige denn auf der richtigen Seite vom Teller. Im Familientisch steckt viel Mathematik und Geometrie drin! Auch beim Abräumen helfen Kinder gern mit – und wenn das von Anfang an selbstverständlich ist, verdrücken sie sich auch als Teenager nicht sofort von der Tafelrunde.
  • Kochsendungen boomen – während zugleich immer weniger gekocht wird. Wie wäre es denn mal mit einem Kochduell in der Familie? Zweierteams bekommen dieselben Zutaten und zaubern daraus ein Familienmenü. Am besten an zwei verschiedenen Tagen, damit es nicht zu eng in der Küche wird. Dann stellt sich heraus, dass das Rezept für Nudeln mit roter Soße sehr unterschiedlich ausfallen kann je nachdem, wer den Kochlöffel schwingt!
  • Kindern im Grundschulalter kann man einen Lieblingsessen-Tag vorschlagen: Jeder darf an einem Tag in der Woche das Essen bestimmen und bereitet es – zunächst mit Unterstützung – am besten auch selbst zu. So lernen Kinder, wie man Pfannkuchen backt, Nudeln kocht und ein Rührei bereitet. Und vielleicht steuern sie auch ganz neue Rezepte zur Familienküche bei, zum Beispiel eine Veggie-Burger oder Griesauflauf. Guten Appetit!
  • Oder wie wäre es, wenn die Grundschulkinder eine Familien-Gaststätte eröffnen und ihren Eltern einen Restaurantbesuch schenken? Sie erstellen eine (entsprechend ihrer Möglichkeiten kurze) Menükarte, nehmen die Bestellung auf, kochen, servieren und bedienen die Eltern als Kellner*innen. Das Ganze lässt sich natürlich auch andersrum zelebrieren, abseits vom täglichen Das-Essen-möglichst-schnell-auf-den-Tisch-Bringen.
  • Die Familie kann sich, zum Beispiel fürs Wochenende, internationale Tage vornehmen und dann steuert jede*r etwas zu der ausgewählten Länderküche bei: Italien, Griechenland, Türkei, USA, Indien, Schweden und viele andere Länder eignen sich für diese kulinarischen Thementage. Derartige Projekte machen Kindern ab etwa der vierten Klasse aufwärts Spaß, die gern über den Tellerrand gucken und oftmals passende Menü- oder Tischkarten gestalten.
  • Arbeitsteilung ist auch in der Küche das A und O: Wie wäre es denn mal, wenn jede*r einen Gang fürs Familienessen beisteuert? Papa kocht die Hauptspeise, der Sohn richtet den Salat an und die Tochter bereitet ein Dessert vor? Mutti darf dann abräumen ... Auf diese Weise hat keiner das Gefühl, die ganze Zeit in der Küche zu stehen und vor lauter Arbeit das Essen nicht genießen zu können. Und gemeckert wird dann auch weniger!

Guten Appetit!

 

Tags: Familienküche , Kinder in der Küche

Kategorien: Gesundheit , Freizeit , Erziehung , Nachhaltigkeit