Gelassen erziehen

10 Tipps: Lebensfreude bewahren

Tanja Römmer-Collmann · 22.06.2021

Lynea – AdobeStock / Libelle

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Libelle-Serie „UND JETZT?!“: Kinder- und Jugendcoach Aimée Bastian gibt Tipps, wie Familien trotz Corona ihre Lebensfreude bewahren.

Manchmal läuft es in der Familie einfach nicht rund, es hakt und knirscht ständig und die Nerven liegen blank. Wolltest du immer schon mal wissen, was eine Expertin oder ein Experte dir dann rät? Die Libelle spricht für die neue Serie „Und jetzt?!“ mit Düsseldorfer Kinder- und Jugendcoaches, Erziehungsberaterinnen und Familientherapeutinnen über typische Familien- und Erziehungsthemen. So erfährst du, was dir in deiner und eurer Situation vielleicht helfen kann.

Gar nicht lustig. Lebensfreude trotz Pandemie!

Für die erste Folge der neuen Libelle-Serie „Und jetzt?!“ haben wir mit Kinder- und Jugendcoach Aimeé Bastian gesprochen und sie nach Tipps gefragt, wie Familien ihre gute Laune und Lebensfreude über die Coronazeit bewahren können.

1. Achtsame Eltern

„Das Gefühl der Lebensfreude geht vom Kopf aus. Daher ist es ganz wichtig, dass die Eltern auch auf sich achten und gut für sich sorgen“, erklärt Aimée Bastian. Denn wenn die Eltern ausgeglichen sind, geht es automatisch auch den Kindern besser und die ganze Familie erlebt eine positive Grundstimmung.

2. Gedanken kontrollieren

„Denken wir an die Vergangenheit, kommen häufig Schuldgefühle auf. Denken wir an die Zukunft, machen wir uns Sorgen“, weiß Bastian. Daher ist es insbesondere für die Erwachsenen ganz wichtig, die Gedanken ins Hier und Jetzt, in den gegenwärtigen Augenblick zu lenken, um gedankliche Negativspiralen zu vermeiden.

3. Gute Gedanken sammeln

Was hat heute gut geklappt? Was war schön? Worüber haben wir uns gefreut? Die Familie kann positive Gedanken auf bunte Zettel schreiben und in einem hübsch dekorierten Glas aufbewahren. Wenn dann mal jemand niedergeschlagen ist, hilft es, gemeinsam einige dieser Zettel wieder zu lesen.

4. Kleine Auszeiten

Um die eigenen Gedanken auf den Augenblick zu lenken, sind tägliche Mini-Auszeiten ratsam: „Ob das ein Spaziergang um den Block ist oder wir einfach mal in Richtung Sonne lächeln statt auf den Boden zu starren – das gibt sofort einen Energiekick“, erklärt Bastian, „und beugt Gefühlen wie Hilflosigkeit oder Kontrollverlust vor.“

5. Im Hier und Jetzt

Aimée Bastian hat auch Ideen für familiäre Aktionen, um gemeinsam im Hier und Jetzt zu sein: „Ein Spiel spielen, beim Spaziergang auf Details wie ein erstes Schneeglöckchen, eine beeindruckende Baumrinde oder ein besonderes Schaufenster achten, eine Tasse Tee zelebrieren und alles andere, was Freude machen kann.““

6. Meditation

Wer keine Erfahrung mit Meditation hat, kann es ja mal ausprobieren. Youtube-Videos bieten auch Anfänger*innen passende und ansprechende Anleitungen mit Text und Musik. „Es muss ja nicht gleich eine halbe Stunde sein“, betont Bastian, „zehn Minuten sind am Anfang völlig ausreichend.“

7. Kinder verstehen

Äußern jüngere Kinder traurige Gefühle, weil sie zum Beispiel ihre Freund*in nicht sehen können, helfen ihnen Verständnis und Gespräche. „Wenn sich herausfinden lässt, welches Bedürfnis dahinter steht – zum Beispiel nach Verbindung oder Abwechslung – lässt sich das eventuell auch anders bedienen.“

8. Gefühle nicht projizieren

„Manchmal sind die Eltern mehr enttäuscht als die Kinder, dass eine Klassenfahrt nicht stattfindet oder eine Feier ausfällt“, weiß Bastian. Dann sei es wichtig, den Kindern diese Enttäuschung nicht aufzudrängen, sondern im Gegenteil den entspannten Umgang der häufig optimistischeren Kinder damit möglichst zu übernehmen.

9. Gut im Gespräch bleiben

„Wichtig ist, eine gute Beziehung zu den Kindern zu pflegen, im Gespräch zu bleiben beziehungsweise das Gespräch auch immer wieder zu suchen“, erklärt Bastian. Schimpfen und Meckern sollte in der Coronazeit möglichst zurückstehen.

10. Beratung hilft!

Wenn die Situation allzu verfahren ist und eine Familie oder ein einzelnes Familienmitglied gar nicht mehr aus einer unglücklichen, traurigen oder depressiven Phase herausfindet, kann Beratung von außen helfen. Dazu gibt es zahlreiche Anlaufstellen in der Stadt.

Die Expertin

Aimée Bastian

Die Informationswissenschaftlerin und Organisationspsychologin Aimée Bastian (51) ist systemischer Coach, Heilpraktikerin für Psychotherapie sowie Kinder- und Jugendcoach. Die Zwillingsmutter lebt seit 2006 allein mit ihren zwei Jungs (*2002), einige Jahre davon bildete die kleine Familie auch ein Patchwork mit drei weiteren Kindern. Seit 2009 verbindet Aimée Bastian in ihrer Coachingpraxis im Medienhafen systemische und hypnotherapeutische Ansätze mit schamanischen Techniken.

Familiencoaching NRW

Stromstraße 41, Düsseldorf-Unterbilk
Telefon 0211.41 60 87 10, abastian@public-vision.de, Familiencoaching NRW

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Tags: Aimée Bastian , Familiencoaching NRW , Libelle-Serie „Und jetzt?!“

Kategorien: Stadtleben , Gelassen erziehen , Gesunde Familie