Gelassen erziehen

10 Tipps für glückliche Kinder

Claudia Berlinger · 12.08.2021

© cidepix – AdobeStock / Libelle

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Libelle-Serie „Und jetzt?“: Health-Coach Claudia Berlinger gibt Tipps, wie Kinder ihr Glück bewahren können – auch in widrigen Zeiten.

Manchmal läuft es in der Familie einfach nicht rund, es hakt und knirscht ständig und die Nerven liegen blank. Wolltest du immer schon mal wissen, was eine Expertin oder ein Experte dir dann rät? Die Libelle spricht für die neue Serie „Und jetzt?!“ mit Düsseldorfer Kinder- und Jugendcoaches, Erziehungsberaterinnen und Familientherapeutinnen über typische Familien- und Erziehungsthemen. So erfährst du, was dir in deiner und eurer Situation vielleicht helfen kann.

Jetzt erst recht! Glückliche Kinder

Für die Libelle-Serie „Und jetzt?!“ hat Health-Coach und Libelle-Mitarbeiterin Claudia Berlinger Tipps zusammengestellt, wie Kinder ihr Glücklichsein bewahren können, auch wenn draußen ein Sturm tobt und die Umstände widrig sind. Selbstverständlich können und dürfen auch Eltern von ihren Anregungen profitieren!

1. Die Verbindung mit sich selbst pflegen

„Sich verbunden zu fühlen ist der Schlüssel für ein gesundes und glückliches Leben. Das ist ganz leicht über ein paar bewusste, tiefe Atemzüge zu erreichen“, erklärt Berlinger. Wer innehält, um langsam und tief in den Bauch zu atmen, erkennt, wie es ihm gerade geht und kann aufgewühlte Gefühle und Gedanken achtsam beruhigen.

2. Verbundenheit mit den Eltern

„Nichts stärkt Kinder mehr, als sich mit den Eltern verbunden zu fühlen, während Getrenntsein Verdruss erzeugt“, führt Berlinger aus. Kinder brauchen körperliche Nähe und Herzensverbindung wie die Luft zum Atmen, um glücklich zu sein: Schenkt ihnen liebevolle Berührungen und Gesten und so oft wie möglich die Worte „ich liebe dich“.

3. Raus in die Natur

Auch im Kontakt mit der Natur geht es um das Thema Verbundenheit: „Trost bei einem geliebten Baum oder Freude im Spiel mit oder der Betrachtung von Tieren zu finden, erfüllt für Kinder Grundbedürfnisse des Menschseins“, betont Berlinger. Viel Bewegung und fröhliche Begegnungen fördern ein gesundes und glückliches Kind.

4. Il dolce fare niente – Das süße Nichtstun

„Mußestunden sind Balsam für die Seele und für das kreative Gehirn“, weiß Berlinger. Es braucht täglich freie Zeit ohne Anforderungen von außen. In diesen „Leerlaufzeiten“ verschalten sich neuronale Netzwerke neu. Plötzlich tauchen die besten Ideen auf, es entstehen Kunst und Magie oder Lösungen für knifflige Probleme.

5. Sich und anderen mit Wohlwollen begegnen

„Wachsen Kinder in einem wohlwollenden Umfeld auf, lernen sie, dieses Wohlwollen auf sich selbst und andere zu übertragen“, weiß Berlinger. Eltern sollten es sich zur Gewohnheit machen, ihren Kindern und sich selbst Bestätigung für gute Absichten zu geben. So wird jeder Versuch schon zum Erfolg und erzeugt Glücksgefühle.

6. Dankbarkeit

Sich seiner vielen Gaben bewusst zu sein, ist der ultimative Schlüssel für Glück: „Nichts schult das Glücksempfinden so nachhaltig wie die Erkenntnis, dass jeder Moment unseres Lebens kostbar ist. Es macht uns demütig gegenüber schwierigen Phasen, die wir mit Dankbarkeit deutlich besser überstehen“, ist Berlingers Erfahrung.

7. Was ist deine Superkraft?

Allein die Frage erzeugt Glücksgefühle! Berlingers Ansatz ist: „Jeder Mensch hat eine Superkraft, und indem wir Kinder nach ihrer fragen, fokussieren sie ihre Gedanken auf ihr Gelingen. Sie erkennen, dass sie besondere Talente haben, erfahren Selbstwirksamkeit, erlangen Selbstbewusstsein und empfinden Stolz auf ihre Taten.“

8. Die Glücksböhnchen-Methode

„Lasst eure Kinder nie wütend oder aufgebracht zu Bett gehen“, plädiert Berlinger. Der Abend eignet sich prima für ein Glücksritual: Morgens einige Bohnen in die linke Hosentasche stecken und bei jedem schönen Augenblick des Tages wandert eine in die rechte Hosentasche. Im Bett erzählt ihr einander von euren Glücksmomenten.

9. Du bist immer genug

„Täglich werden Kinder mit Kritik, Korrekturen und Fremdbewertungen von außen bedrängt, die sie internalisieren, sodass sie zur eigenen inneren Stimme werden“, weiß Berlinger. Darum sind nährende Gespräche so wichtig, die Kindern vermitteln, dass sie immer genug sind, immer genug waren und immer genug sein werden.

10. Erwarte ein Wunder

Kinder besitzen die wunderbare Fähigkeit, ihre Herzenswünsche ins Dasein zu träumen. Ihre Vorstellungskraft ist eine grandiose Kraftquelle, um die Realität zu verwandeln. „Schickt sie mit der Frage in den Tag: Welches Wunder darf dir heute geschehen? und lasst sie am Abend von ihren besonderen Erlebnissen berichten“, schlägt Berlinger vor.

 

Die Expertin

Claudia Berlinger (49) Mutter einer Tochter, arbeitet in Köln für „The Art of Happiness“ als Life-Coach und Autorin, unter anderem auch für die Libelle. Sie veröffentlicht heilsame Geschichten, Traumreisen und geführte Meditationen für große und kleine Leute. In ihren Coachings arbeitet sie neben Lernpädagogik mit (Kinder-)Yoga, Ayurveda, Imaginationstherapie, Hypnose und schamanischen Praktiken. So erklärt sie ihren Ansatz:
 
„Wir hypnotisieren uns eigentlich permanent selbst - wie wir auch unsere Kinder anhand emotional-sprachlicher Muster hypnotisieren. Unser Gehirn ist darauf programmiert, unsere Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen als wahr zu betrachten. Diese Struktur unseres Gehirns gleicht der sich ewig erfüllenden Selbstprophezeiung. Wir können sie zur Erreichung eines glücklichen Lebens nutzen, indem wir uns ganzheitlich – körperlich, geistig und emotional – auf die Ergebnisse programmieren, die wir uns wünschen, zum Beispiel auf Glück, gutes Gelingen und ein erfülltes Leben.“ www.claudia-berlinger.de

Hier findest du noch mehr Beiträge zur Libelle-Serie „Und jetzt?!“ mit Erziehungs- und Familientipps von Düsseldorfer Expert*innen.

Tags: Claudia Berlinger , Libelle-Serie „Und jetzt?!“

Kategorien: Gelassen erziehen , Nachhaltige Familie , Gesunde Familie