Erziehung

Homeoffice mit Kindern

Isabella Lacourtiade · 02.05.2020

© Mariia Korneeva – adobestock

© Mariia Korneeva – adobestock

Zu Hause zu arbeiten und gleichzeitig seine Kinder zu betreuen: Das stellt Eltern jetzt schon seit Wochen vor enorme Herausforderungen! Und ein richtiges Ende ist erstmal nicht in Sicht. Diplom-Psychologe und Familientherapeut Volker Rohse, der die Evangelische Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensfragen im Kirchenkreis An der Ruhr leitet, hat uns zehn wirklich gute Tipps verraten, wie Familien diese schwierige Zeit gut überstehen können.

1. Macht alle gemeinsam einen Wochenplan

Viele Familien erstellen sich gerade einen Wochenplan, auf dem für alle ersichtlich ist, was wann ansteht. Lasst die Kinder dabei mitüberlegen und den Plan mitgestalten, dadurch wird es ein gemeinsames Projekt der Familie. Wenn die Kinder mitwirken können, fühlen sie sich ernst genommen und sind auch eher bereit, sich an Absprachen zu halten. Und sie können immer wieder nachschauen, wann die nächste Pause naht und sehen, dass am Wochenende auch wieder gemeinsame freie Zeit ansteht.

2. Behaltet Routinen und Rituale bei

Kinder lieben Routinen, weil sie ihnen die Welt vereinfachen. Sie wissen: Ich kann mich auf etwas einstellen. Und Routinen helfen allen, den Alltag gut zu überstehen. Gerade in Zeiten, die durch Veränderungen gekennzeichnet sind, geben gleiche und verlässliche Abläufe Sicherheit und Orientierung.  Versucht, im Wochenplan Strukturen weiterzuführen, die den Kindern aus Kita und Schule bekannt sind. Behaltet feste Zeiten zum Aufstehen und Schlafengehen bei. Genauso wichtig ist es aber auch, liebgewonnene Rituale wie das abendliche Vorlesen beizubehalten.

3. Schafft feste Arbeitszeiten

Legt feste Zeiten fest, zu denen sowohl Eltern als auch Kinder arbeiten. So schaffen alle, was sie schaffen müssen. Eltern können ihren Kindern dabei helfen sich zu strukturieren, indem sie sie entscheiden lassen, mit welchem Fach sie anfangen und welche Aufgaben sie bis zur nächsten gemeinsamen Pause schaffen möchten. Hierbei sollten sich die Kinder erreichbare Ziele setzen. So lernen Kinder, mit so wenig Hilfestellung wie möglich Verantwortung für ihre Aufgaben zu übernehmen. Aufgaben, die nicht allein gelöst werden können, werden später gemeinsam angeschaut.

4. Plant ausreichend Pausen ein

Je älter Kinder sind, umso länger ist ihre Konzentrationsspanne. Sind bei Kindern im Kindergartenalter 15 bis 30 Minuten schon eine lange Zeit, wenn sie sich selbst beschäftigen sollen, können für Schulkinder schon 30 bis 45 Minuten lange Arbeitsphasen eingeplant werden.

Pausen und gemeinsame Zeit nach einer Arbeitsphase (oder einer Allein-Spiel-Phase) sind der Schlüssel zur Zufriedenheit aller. Genießt auch die arbeitsfreie Zeit ganz bewusst, zum Beispiel mit einem gemeinsamen Spiel. Schöne gemeinsame Momente können uns durch den Tag tragen.

5. Wechselt euch bei der Betreuung ab

Wenn beide Eltern zu Hause sind, teilt euch auf, wer wann die Kinder betreut oder während der Arbeitsphasen ansprechbar ist. Dann kommt immer eines der Elternteile dazu, seine Sachen zu erledigen. Oder es hat Zeit, mal durchzuatmen.

 

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Tags: Corona , homeoffice

Kategorien: Erziehung