Erziehung

Auf meinen Schultern

Lena Gallay · 07.05.2018

© Kunst gegen Sucht e.V.

© Kunst gegen Sucht e.V.

Der Verein „Kunst gegen Sucht“ bietet mit einem Kurzfilm Einblicke in das Leben von Kindern und Jugendlichen aus Suchtfamilien.

Alkoholerkrankte Eltern hinterlassen viele tiefe Spuren in den Seelen ihrer Kinder. Deutschlandweit gibt es etwa 2,6 Millionen Suchtfamilien; die Kinder aus diesen Familien wachsen fast immer in einem Umfeld auf, das sehr labil ist und von Chaos beherrscht wird. Suchtkranke sind unberrechenbar, das führt dazu, dass die Kinder nie wissen, in welcher Laune sich die Eltern befinden – am einen Tag freundlich und liebevoll und am nächte eiskalt und ignorant. Das ist kein einfaches Schicksal. Der Verein „Kunst gegen Sucht“ setzt es sich deshalb als Ziel, den Kindern und Jugendlichen aus Suchtfamilien zu helfen und ihnen eine Anlaufstelle zu bieten. Unter den Mitwirkenden und Gründern des Vereins sind auch Ärzte und Suchttherapeuten. Mit einem „Mobilen Kino“ geht „Kunst gegen Sucht“ nun neue Wege in der Suchtprävention: „Auf meinen Schultern“ heißt die erste Filmproduktion des Vereins. In dem gut zwölfminütigen Film geben Jugendliche ganz verschiedene und individuelle Einsichten in ihre persönlichen Lebensgeschichten mit suchterkrankten Eltern. Die Mitwirkenden in dem Film werden nicht als reale Personen gezeigt, sondern sind animierte Zeichentrickfiguren. Der Verein zeigt den Film an Schulen und sonstigen Aufenthaltsorten von Kindern und Jugendlichen. Im Anschluss an die Filmvorführung können die Zuschauer das Gespräch mit den Suchtexperten suchen. Natürlich soll der Film insbesondere Kinder aus Suchtfamilien ansprechen, er kann jedoch durchaus auch für Nichtbetroffene als Aufklärung über die  gesundheitlichen Risiken von Suchtmitteln dienen. Das Projekt ist geeignet für Kinder ab acht Jahren; um das kostenlose  „Mobile Kino“ zu buchen, wenden sich Interessierte einfach an den Verein.

Tags: Film , Kunst gegen Sucht e.V. , Sucht

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